Drees attackiert premier-league-modell: fünf zentimeter toleranz sind regel-farce

Die englische Abseits-Praxis ist für Jochen Drees ein Schlag ins Kontor der Regel-Orthodoxie. Der Chef der VAR-Innovation beim DFB lehnt das britische Fünf-Zentimeter-Zuckerl kategorisch ab – und wirft der Premier League damit ein Regel-Verstoß-Gebot auf den Tisch.

Drees: kein millimeter gnade, keine grauzone

Drees: kein millimeter gnade, keine grauzone

„Ein Zentimeter kann strafbar oder legal entscheiden – deshalb bin ich kein Freund von Toleranzen“, sagt der frühere Bundesliga-Referee der FAZ. Sein Befund: Wo die Regel klar Torschreiber-Millimeter fordert, darf kein Gut-Mensch-Zentimeter dazwischen huschen. Die Premier-League-Praxis, Angreifer nur dann abzupfiffen, wenn sie mehr als fünf Zentimeter hinter der letzten Abwehr stehen, ist für Drees juristisch auf wackeligen Füßen. „Ich habe keinen Passus gefunden, der das explizit erlaubt. Es wundert mich, dass FIFA und IFAB das hinnehmen.“

Der Grund: Die weltweite Regel-Einheit wankt. Wenn London lockerer pfeift als Leipzig, droht der nächste FIFA-Kongress ein Bürokratie-Krimi. Drees spielt den Ball an die Liga zurück: „Wenn die Clubs einen Toleranzbereich wollen, können wir anfragen. Wir sind Dienstleister.“ Klingt nach Protokoll, ist aber ein Warnschuss. Denn die Schiri GmbH würde eine Abweichung nur dann vorlegen, wenn die Vereine sich die Handschrift der FIFA vor Gericht zerbrechen wollen.

Für den Amateurfußball bedeutet das: Bleibt streng, bleibt fair. Kein Schiedsrichter in der Kreisliga B will erklären, warum der DFB oben plötzlich fünf Zentimeter verschenkt. Drees’ Credo: „Wenn wir anfangen, Regeln auszuhöhlen, verlieren wir die Fans auf dem kleinen Platz.“ Die Botschaft ist klar: Wer künftig in England jubelt, darf sich in Deutschland nicht wundern, wenn der Linienrichter schon beim ersten Millimeter zückt.