Drammen-drama: klaebo stürzt, gimmler glänzt als fünfte

Ein Renntag, der unter keinem guten Stern stand – und das gilt für die deutschen Langläufer genauso wie für den besten Sprinter der Welt. Beim Weltcup-Sprint im norwegischen Drammen am 12. März 2026 sorgte eine Sturz-Lawine für Chaos auf dem engen Stadtkurs südwestlich von Oslo. Coletta Rydzek wurde abgeräumt, Johannes Hoesflot Klaebo knallte auf den Hinterkopf – und mittendrin lief Laura Gimmler das Rennen ihres Winters, fast unbemerkt von all dem Trubel.

Rydzek trifft es am härtesten – ausgerechnet heute

Man muss sich das vorstellen: Coletta Rydzek kommt nach Drammen als Sprint-Weltcup-Vierte, sechs Podestplätze in diesem Winter bereits in der Tasche, zuletzt Dritte in Lahti vor nur fünf Tagen. Und dann das. Im Viertelfinale erwischt Linn Svahn in einer Kurve die gesamte Gruppe – die Schwedin stürzt, reißt fast alle mit. Rydzek kommt spät wieder auf die Beine, scheidet als Sechste aus. Viertelfinale. Ende.

Was den Tag noch bitterer macht: Ausgerechnet an diesem Donnerstag gab ihr älterer Bruder Johannes Rydzek sein Karriereende in der Nordischen Kombination bekannt. Eine Nachricht, die für sich allein schon schwer wiegt. Kein guter Tag für die Familie aus Oberstdorf.

Teamkollegin Sofie Krehl erlebte eine ähnliche Achterbahn. Die 30-Jährige lag nach dem Massensturz noch auf Rang zwei – bis Svahn, die sich erstaunlich schnell wieder berappelt hatte, kurz vor dem Ziel noch vorbeischoss. Ausgerechnet Svahn.

Klaebo am boden – der sprint-gesamtweltcup bleibt offen

Klaebo am boden – der sprint-gesamtweltcup bleibt offen

Im Halbfinale der Männer folgte der nächste Schockmoment. Johannes Hoesflot Klaebo, Serien-Olympiasieger und seit Jahren der Maßstab im Langlauf-Sprint, kam durch einen Sturz des US-Amerikaners Ben Ogden zu Fall und schlug dabei mit dem Hinterkopf auf den Boden. Brutal. Er musste das Rennen aufgeben, konnte aber immerhin zu Fuß ins Ziel laufen – ob er sich verletzt hat, war zunächst nicht bekannt.

Die sportliche Konsequenz: Klaebo verpasste den vorzeitigen Gewinn des Sprint-Gesamtweltcups. Das Finale ohne ihn gewann der Norweger Ansgar Evensen – sein erster Weltcupsieg überhaupt, im Fotofinish vor dem Tschechen Jiri Tuz und Landsmann Kristian Kollerud.

Gimmler läuft fast ans podest – und wird kaum beachtet

Gimmler läuft fast ans podest – und wird kaum beachtet

Wer in all dem Sturz-Drama fast unterging: Laura Gimmler lieferte ab. Die 32-Jährige aus dem deutschen Langlauf-Kader überstand Viertel- und Halbfinale jeweils als Zweite, stand zum fünften Mal in diesem Winter im Sprint-Finale – und führte das Rennen lange an. In der Abfahrt des kleinen Hügels setzte sie sich sogar kurz ab. Dann kam die Konkurrenz von hinten, flog vorbei. Gimmler wurde Fünfte, mit 4,01 Sekunden Rückstand auf die Siegerin.

Die hieß Jonna Sundling. Die Schwedin gewann das Finale um 0,77 Sekunden vor der Norwegerin Kristine Stavaas Skistad und 1,59 Sekunden vor Landsfrau Nadine Fähndrich. Ein schwedisch-norwegisches Podest – mit Gimmler als bester Nicht-Skandinavierin unmittelbar dahinter.

Fünf Finaleinzüge in einem Winter: Das ist keine Zufallsform, das ist Konstanz auf höchstem Niveau. Gimmler hat in Drammen bewiesen, dass sie zu den besten Sprinterinnen der Welt gehört – auch wenn der Sturm um Klaebo und Rydzek diese Leistung fast vollständig verschluckt hat.