Draisaitl fliegt nach münchen – playoff-einsatz steht auf messers schneide
Leon Draisaitl schlurfte mit verbundenem Schritt durch die Münchner Innenstadt, statt wie gewohnt über das Eis zu flitzen. Der NHL-Superstar liegt bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf dem Behandlungstisch – und damit zwischen Hoffnung und Horror.
Die 100-punkte-marke rutscht ihm durch die finger
Nach dem Check von Ozzy Wiesblatt zittert nicht nur sein Unterkörper, sondern die gesamte Playoff-Rechnung der Edmonton Oilers. 97 Scorerpunkte, 35 Tore, 62 Assists – Zahlen, die ihn zur Elite der Liga katapultieren, doch die magische 100 fehlt zum ersten Mal seit vier Jahren. Die Saison endet für ihn vorzeitig, die Schmerzen nicht.
„Es wird mit Sicherheit ein paar Wochen dauern“, sagt er mit jener Gelassenheit, die ihn auszeichnet – und die seine Fans nun in Frage stellen. Die Oilers haben zwölf Saisonspiele vor der Brust, doch Draisaitl wird keines mehr bestreiten. Die Playoffs starten Mitte April, ein Comeback wirkt wie ein Würfelwurf mit gezinktem Kubus.

Müller-wohlfahrt soll den zeitlupen-sprint retten
Der 81-jährige Medizin-Guru behandelte einst Robben, Ribéry und Lewandowski. Jetzt soll er einem Eishockey-Star helfen, der 8000 Kilometer von seiner Heimatarena entfernt ist. Draisaitl bleibt bis Dienstag in München, dann fliegt er zurück – ob auf Krücken oder mit Eislauf-Schuhen im Handgepäck, weiß niemand.
Die Oilers patzten ohne ihn gegen Florida, gewannen aber gegen Nashville und San Jose. Die Tabelle verrät: Edmonton steht auf Platz zwei der Pacific Division, doch ohne seinen deutschen Motor wirkt das Team wie ein Auto mit nur drei Zylindern. Die nächsten Gegner? Tampa Bay, Vegas – keine Wohlfühl-Gegner für ein Team, das einen Superstar sucht.

Sechsmal 100 punkte – jetzt droht die zwangspause
Draisaitl kennt die Playoff-Atmosphäre wie kein anderer Europäer. 2020 schoss er die Oilers ins Finale, 2023 wurde er Top-Torschütze der Liga. Doch diese Saison könnte seine Serie reißen: Seit der Corona-Kurz-Saison 2020/21 schaffte er immer die 100-Punkte-Marke, jetzt hält ihn eine nicht näher definierte Unterkörperverletzung auf 97 Zählern fest.
Die Uhr tickt. Die Playoffs nähern sich. Und während die Oilers auf dem Eis kämpfen, kämpft Draisaitl in München gegen die Zeit – mit Müller-Wohlfahrt an seiner Seite und der Angst im Nacken, dass seine Saison vor dem eigentlichen Showdown endet.
