Genève-servette schlägt playoff-trumpf: b-lizenz-armee rollt an

Die Grenats ziehen die Notbremse und laden zugleich nach. Genève-Servette HC hat fünf zusätzliche B-Lizenzspieler freigemeldet – darunter Antoine Guignard und Michael Loosli, die schon in dieser Saison im Stadion vor der richtigen Kulisse glänzten. Die Botschaft: Wir spielen jetzt mit offenen Karten, und die sind Trumpf.

Neue gesichter, alte rechnung

Dahinter steckt eine simple Rechnung. Die National League erlaubt ab dem Viertelfinale unbegrenzte B-Einsätze – wer also zuerst die Lizenzbank füllt, entzieht Konkurrenten die Rohstoffe. Deshalb rücken nun auch Brett Supinski (EHC Basel), Sandis Smons (EHC Chur) und Lionel Marchand (HC Thurgau) nach. Alle drei bringen Punkte, Spielintelligenz und vor allem Frische mit. Supinski etwa war in Basel Top-Scorer, bevor er sich im Herbst verletzte. Smons lieferte in Chur 18 Assists ab, Marchand gilt als Powerplay-Spezialist.

Doch es gibt einen Haken. Michael Loosli kämpft noch mit Chaux-de-Fonds um den Swiss-League-Titel. Erst wenn dort der Vorhang fällt, steigt er in Genf in den Playoff-Zug. Trainer Jan Cadisch muss also taktieren: Mit wem startet er am Samstag gegen Lausanne, wem vertraut er im zweiten Spiel? Die Antwort dürfte von der Serie abhängen – und davon, wie schnell Loosli nachreist.

Die angst der gegner ist echt

Die angst der gegner ist echt

Die Liga hat die Servette-Offensive schon registriert. Intern kursiert ein Witz: «Wenn die Grenats erst mal in der Kabine aufräumen, bleibt für uns nur noch der Kampf um den Ehrenplatz.» Realistischer ist die Sorge vor Überzahl. Mit fünf zusätzlichen Profis kann Cadisch nahezu doppelt wechseln, ohne Qualität zu verlieren. Das bedeutet: frische Beine in der Schlussphase, harte Checks bis zur Sirene und ein Torhüter, der endlich Luft holt, statt ständig Angriff abwehren zu müssen.

Die Fans jedenfalls sind elektrisiert. Innerhalb von zwei Stunden nach der Meldung waren 3.400 Tickets für Spiel eins an der Vernets verkauft. Die Botschaft der Anhängerschaft: «Wir haben gewartet, bis ihr kommt.» Nun sind sie da – und sie bringen Verstärkung.

Genève-Servette spielt also nicht nur um den Titel, sondern auch um ein Exempel. Wer zuerst die Lizenzwaffe zieht, bestimmt das Tempo der Liga. Die Gegner haben 48 Stunden Zeit, sich einen Plan zu zimmern. Danach rollt der Playoff-Zug. Und er hat Servette-Grün lackiert.