Djokovic schlägt zurück: 'ich bin noch lange nicht fertig'

Novak Djokovic will nichts von Rente wissen. Der Serbe, der im Mai 39 wird, schmettert alle Spekulationen über ein Karriereende bei der Pressekonferenz in Indian Wells mit einer Handbewegung beiseite. 'Warum soll ich aufhören, wenn ich noch brenne?', fragt er und schaut dabei so aus, als hätte er gerade einen Satz gewonnen.

Die nummer drei der welt zieht die daumenschrauben an

Djokovic sitzt in einem Nebenraum des Indian Wells Tennis Garden, die Sonne knallt draußen auf die Bahnen, und er redet wie ein Mann, der gerade erst angefangen hat. 'Ich bin immer noch die Nummer drei der Welt', sagt er und lässt die Zahl einen Moment lang wirken. 'Das ist kein Altersghetto, das ist ein Statement.'

Die Niederlage gegen Carlos Alcaraz im Finale von Melbourne hatte viele Experten aufhorchen lassen. Zu viel Tempo, zu viel Power, zu viel Zukunft. Djokovic lacht über diese Deutungen. 'Ich habe in den letzten vier Grand Slams nur gegen Alcaraz oder Jannik Sinner verloren. Das ist kein Abgesang, das ist ein Sieg über das, was man mir zutraut.'

Sein Kalender bleibt, wie immer, ein Geheimnis. Er wird erst entscheiden, wann er wo spielt, wenn er spürt, dass der Ort ihn ruft. 'Es geht nicht nur um Tennis', sagt er. 'Es geht um das Gefühl, noch immer dazuzugehören.'

Serena?

Serena? 'das wäre wie ein comeback der queen'

Dann kommt Serena Williams zur Sprache. Djokovic' Augen leuchten. 'Wenn sie zurückkommt, ist das wie ein zweites Erwachen. Sie ist keine Spielerin, sie ist eine Ära.' Er schwärmt von möglichen Doppelauftritten mit Venus, von der Magie, die so ein Name noch immer erzeugt. 'Wir reden hier von einer der größten Athletinnen aller Zeiten. Wenn sie wieder auftritt, bin ich gerne ihr Balljunge.'

Die Frage nach dem 25. Grand-Slam-Titel lässt er nicht einmal zu. Er antwortet stattdessen mit einem Zitat, das er sich selbst zugeschrieben hat: 'Tennis ist wie ein Drogenrausch. Nur dass man sich selbst der Dealer ist.'

Am Sonntag tritt er gegen den Sieger des Quali-Duells Majchrzak gegen Mpetshi Perricard an. Er wird wieder in Weiß auflaufen, wieder diese unnachgiebige Art zeigen, die ihn seit zwei Jahrzehnten definiert. Und wenn er gewinnt, wird er wieder sagen, dass er noch lange nicht fertig ist. Weil er es einfach noch kann.