Dfb zögert: infantinos nächster machtakt wird nicht einfach abgenickt
Gianni Infantino will 2027 wieder antreten, doch der DFB schickt sich an, erneut die Bremse zu ziehen. Nach dem FIFA-Kongress in Vancouver verweigerte Bernd Neuendorf eine vorschnelle Loyalitätserklärung – und nahm sich dafür sogar Zeit bis nach Ablauf der Bewerbungsfrist.

Infantinos karte ist längst nicht so selbstverständlich wie 2019
Der Schweizer erhält bereits Rückendeckung von CONMEBOL, CAF und AFC. Trotzdem könnte der deutsche Stimmanteil fehlen. „Die Bewertung obliegt unseren Gremien, nicht mir“, betonte Neuendorf und kündigte Runden mit DFL-Vertretern an. Damit bleibt die größte europäische Einzelstimme vorerst unentschlossen – ein Affront, der in Zürich laut mitbekommen wird.
Die innere Spannung hat Geschichte. 2022 lief der DFB in Katar wegen der One-Love-Binde vorzeitig auf, 2023 verweigerte er Infantino die Akklamation. Seitdem reden beide Seiten von „entspannter“ Kommunikation; hinter den Kulissen aber ringt der Verband um eine WM-Bewerbung, für die er den Weltverband braucht. Die Statuten-Änderung, die Infantino bis 2031 erlaubt, stammt übrigens aus dem Council, in dem auch Neuendorf sitzt – eine Ironie, die intern nicht zur Sprache kommt.
Ein Gegenkandidat ist bislang nicht einmal ein Gerücht. Dennoch: Wenn der DFB erneut mit Nein stimmt, wäre das ein Symbol, das über Deutschland hinaus Wellen schlägt. Die Entscheidung fällt spätestens im Frühjahr 2027. Bis dahin hat Neuendorf Spielraum – und Infantino ein Problem namens Pelkum, Berlin und Frankfurt.
