Dfb plant regionalliga-umbruch: kompass-modell rückt vor – ost-klubs wittern betrug
Der DFB steht vor dem größten Umstrukturierungsritt der vierten Liga seit 2008. In Frankfurt zeichnet sich ab: Das Kompass-Modell hat die Nase vorn. Konkret bedeutet das: Staffelung nach geografischen Fakten statt Ländergrenzen, kürzeste Reisestrecken, einheitliche Zulassungskriterien – und ein Aufstiegsrecht für alle Staffelmeister. Die Gegenseite mobilisiert.
Warum der nordosten plötzlich zittert
Der Knackpunkt heißt Nordost. Laut DFB-Arbeitsgruppe würde das Regionen-Modell die Staffel spalten: Sachsen und Thüringen wandern nach Bayern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bleiben im Norden. Folge: Fünf offene Fragen, ein virtueller Tabellenkonstrukt und ein Albtraum für Klubs wie den FSV Zwickau. Beispiel 2027/28: Sie landen auf Platz sieben, müssen trotzdem runter, weil vier sächsische Klubs und Lok Leipzig vor ihnen stehen. Der brandenburgische Tabellen-11. darf bleiben. Daniel Meyer vom Halleschen FC nennt das „einen schlechten Scherz“.
Die Zahlen sprechen für sich: Beim Kompass-Modell bekommt der Osten 2,5 Aufsteiger, weil sich die Vize-Meister der vier Oberligen in einer Relegation einen weiteren Platz erkämpfen dürfen. Beim Regionen-Modell bleibt es bei jeweils einem Ticket für Südost und Nordost. Bayern und Norden kassieren drei. Für Tommy Haeder vom Chemnitzer FC ist klar: „Das Regionen-Modell schadet Ost, Bayern und Norden gleichzeitig.“

Die kehrtwende aus münchen
Überraschend: Der Bayerische Fußball-Verband forderte zunächst gemeinsame Trägerschaft, um Spielleitung und Polizeiabstimmung zentral zu lösen – praktisch das Kompass-Modell. Doch nach internem Druck zogen die Münchner zurück und schwenkten auf das Regionen-Modell um. Grund: Angst vor zu vhen ostdeutschen Klubs auf bayerischen Plätzen. Jürgen Igelspacher ließ durchblicken, man wolle die Zahl der Sachsen/Thüringer auf maximal vier begrenzen. Der Mediator Dr. Michael Vesper kritisierte das Mantra der Herren-Mannschaften als einziges Kriterium: „Starre Parameter führen in die Sackgasse.“
Entscheidend ist jetzt die Stimmenverteilung. Nur Bayern und der Norddeutsche Verband votierten für das Regionen-Modell – abgelehnt mit 2:4 Stimmen. Die AG empfahl dem DFB-Präsidium den Kompass. Dirk Dreher (Regionalliga West) und die DFL gesellten sich dazu. Die West-Klubs wollen Reform, nicht Stillstand.

Was jetzt auf dem spiel steht
Für die Fans bedeutet das Kompass-Modell kürzeste Wege, faire Aufstiegschancen und eine klare Struktur. Für die Verbände heißt es: Kompromiss oder Blockade. Der DFB will bis zur Mitgliederversammlung im Dezember Klarheit. Fabian Gerber aus Erfurt formulierte das Credo vieler Trainer: „Es geht nur mit dem Kompass-Modell.“ Wer jetzt umfällt, verliert nicht nur Plätze, sondern Glaubwürdigkeit. Die Uhr tickt. Die Klubs warten. Und die Fans halten ihre Transparente bereits bereit: „Meister müssen aufsteigen.“
