Deutschland zerbricht am us-paralympic-giganten – 0:13 ist keine niederlage, sondern eine demütigung
0:13. Die Zahl klingt wie ein Tippfehler, ist aber das offizielle Resultat der deutschen Sleddogs gegen die USA. 1284 Zuschauer in der Mailänder Arena Santagiulia sahen kein Spiel, sondern ein Skript für eine Eishockey-Horrorshow.
Die Amerikaner trafen 13-mal, Deutschland ein einziges Mal den Pfosten – und selbst das war ein Versehen. Coach Andreas Pokorny stand hinter der Bande wie ein Mann, der vergessen hat, dass Schmerzlinderung erlaubt ist. „Wir haben ihnen Raum geschenkt, als wäre es Weihnachten“, sagte er nach dem Schlussbuzzern, seine Stimme klang wie zerkautes Eis.
Die statistik lügt nicht – sie verhöhnt
Ein Torschuss. In 45 Minuten. Das ist kein Auswärtsspiel in der Provinz, das sind die Paralympics. Die US-Boys ließen den Puck kreisen wie einen Lehrfilm für Anfänger, trafen aus allen Lagen, auch aus dem Seitentor. Die deutsche Abwehr wirkte wie ein Schultheater, das erst morgen die Probe beginnt.
Und das, obwohl die Truppe um Kapitän Jörg Wedde vor dem Turnier noch von „Selbstvertrauen“ sprach. Jetzt steht sie vor dem Spiel gegen Italien, das bereits nach 14 Stunden ansteht – so kurz ist die Atemphase zwischen Katastrophe und letzter Rettung.

Die wahre frage: was bleibt, wenn nichts mehr geht?
Die Antwort lautet: Rang fünf. Das ist das neue Ziel, offiziell. Inoffiziell geht es darum, nicht als statistischer Fußabdruck in die Geschichte einzugehen. Seit Turin 2006 war Deutschland nicht mehr dabei – damals reichte es noch für Platz vier. Jetzt reicht es gerade mal, um nicht Letzter zu werden.
Die Gegner China und USA haben die Gruppe A in zwei Hälften geteilt: oben ihre Show, unten deutsche Realität. Die Italiener sind ebenfalls geschlagen, aber sie spielen daheim. Die Uhr tickt. 10.05 Uhr Ortszeit. Wer da nicht steht, fliegt raus – aus dem Halbfintraum und aus der Erinnerung.
Die Niederlage ist nicht das Ende. Das Ende wäre, wenn keiner mehr zuschaut, wenn keine Tränen mehr fließen. Die 13 Gegentore sind laut, aber die Stille danach ist ohrenbetäubender. Deutschland hat noch einen Matchball: gegen Italien. Alles andere ist Schattenboxen.
