Deutschland boykottiert paralympics-eröffnung in verona
Es ist ein historischer Protest. Während in der Arena von Verona heute ab 20 Uhr die Paralympischen Winterspiele 2026 feierlich eröffnet werden, bleiben die deutschen Athletinnen und Athleten demonstrativ dem Einmarsch der Nationen fern. Der Deutsche Behindertensportverband hat es so entschieden – und damit einen Schritt gewagt, den es in dieser Form noch nie gegeben hat.
Der boykott, der niemanden kalt lässt
Drei Tage vor dem offiziellen Start der 14. Winter-Paralympics veröffentlichte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) eine Presseerklärung, die in der paralympischen Bewegung einschlug wie ein Stein ins stille Wasser. Der Grund: die Zulassung von Sportlerinnen und Sportlern aus Russland und Belarus zu den Spielen. Für den DBS ist das keine akzeptable Entscheidung – und schweigen kam nicht infrage.
Aus Cortina d'Ampezzo, wo am Dienstagabend die fünf paralympischen Flammen symbolisch zusammengeführt wurden, wird kein deutsches Teammitglied nach Verona reisen. Die Feier findet statt. Deutschland schaut zu – aber nicht mit.

Mailand, cortina, tesero, verona: vier orte, eine botschaft
Vom 6. bis 15. Märzverteilen sich die Wettkämpfe auf vier Austragungsorte in Norditalien. Zum ersten Mal seit 20 Jahren finden die Winterspiele für Menschen mit Behinderung wieder auf europäischem Boden statt – ein Moment, der eigentlich nur Freude verdient hätte. Stattdessen überschattet eine politische Grundsatzfrage die gesamte Eröffnung.
Ich sage das als jemand, der Sport als verbindendes Element begreift: Dieser Boykott ist kein Zeichen von Schwäche. Er ist das Gegenteil. Die deutschen Athleten haben auf ihre Teilnahme an einem der sichtbarsten Momente dieser Spiele verzichtet, um ein Zeichen zu setzen, das weit über die Arena von Verona hinausreicht. Das ist Haltung. Und Haltung hat im Sport immer einen Preis.
