Deschamps: trauer, fokus und blick auf schweden
Nationaltrainer Didier Deschamps steht vor einem schwierigen WM-Achtelfinale gegen Schweden, nachdem er kürzlich den Verlust seiner Mutter betrauerte. Doch der erfahrene Coach hat seine persönlichen Probleme hinter sich gelassen und richtet seinen Blick nun voll auf das Duell in New York/New Jersey – ein Spiel, in dem es um den Einzug ins Viertelfinale geht.
Der schmerz wich der konzentration
Die Nachricht vom Tod seiner Mutter traf Deschamps schwer, zwang ihn jedoch zu einer kurzzeitigen Abreise in die USA. „Es war ein schwieriger Moment, aber ich bin wieder fokussiert“, erklärte Deschamps auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Er kehrte am Freitagabend zurück und scheint nun voll bei Kräften zu sein, um seine Mannschaft zum Erfolg zu führen.
Die FIFA verwehrte Frankreich die Möglichkeit, schwarze Armbänder als Zeichen des Mitgefühls zu tragen. Deschamps zeigte sich jedoch unbeeindruckt: „Ich habe genügend Zeichen der Wertschätzung erhalten. Das hätte nichts verändert.“

Schweden als harte nuss
Deschamps betonte, dass Schweden kein leicht zu besiegender Gegner sei. „Sie haben nichts zu verlieren und werden uns vor große Probleme stellen. Spieler wie Gyokeres, Isak und Elanga sind brandgefährlich“, warnte der französische Coach. Ein übermäßiges Selbstvertrauen sei daher fehl am Platz. Frankreich geht zwar als Favorit ins Spiel, doch Deschamps mahnt zur Vorsicht und Konzentration. Die Mannschaft hat in der Gruppenphase bereits zehn Tore erzielt und nur zwei Gegentreffer kassiert – eine beeindruckende Bilanz, die jedoch nicht in Selbstgefälligkeit münden darf.
Mbappé in Topform: Der französische Stürmerstar Kylian Mbappé präsentiert sich in herausragender Form, sowohl physisch als auch mental. Mit 16 WM-Toren teilt er sich den vierten Platz der ewigen Torjägerliste mit Miroslav Klose, nur Lionel Messi mit 19 Treffern liegt noch vor ihm. Deschamps lobte Mbappés ständige Weiterentwicklung und betonte, dass er zu den besten Fußballern der Welt gehört.
Es gibt zwar kleinere Verletzungssorgen: Marcus Thuram klagt über ein Muskelproblem, während William Saliba, der etatmäßige Innenverteidiger, trotz Rückenbeschwerden voraussichtlich spielen wird. „Ich spreche täglich mit ihm. Er hat Zeit zur Erholung gehabt und weiß, dass er spielen wird. Er ist schnell, intelligent und gibt der Mannschaft Sicherheit“, so Deschamps über Saliba.
Die Franzosen haben in der Gruppenphase gemeinsam mit den Niederlanden und Deutschland die meisten Tore erzielt. Sie sind bereit für die nächste Herausforderung. Die schwedische Abwehr wird sich warm anziehen müssen.
