Usyk verzichtet auf titel: wilder-duell oder zuffa-deal?

Olexandr Usyk hat die Boxwelt überrascht: Der ukrainische Supermittelgewichtschampion gab seinen drei Weltmeistertiteln (WBA, WBC und IBF) für den Ausdruck seiner sportlichen Freiheit nach. Sein erklärtes Ziel ist ein letztes, episches Kräftemessen – und das könnte weit über die üblichen Titelkämpfe hinausgehen.

Kabayel abgesagt, wilder im fokus

Die Entscheidung Usyks beendet die Anordnung des WBC, ihn gegen den deutschen Agit Kabayel antreten zu lassen. Ein interessantes Duell, gewiss, doch Usyk wirkte nach seinem Kampf gegen Rico Verhoeven angeschlagen. Nun eröffnen sich ihm ungeahnte Möglichkeiten, und die Spekulationen um ein längst geplantes Duell brodeln wieder auf. Bereits Ende 2025 hatte Usyk ein Kampf gegen Fabio Wardley abgesagt, um stattdessen gegen Deontay Wilder anzutreten. “Das ist meine erste Wahl”, erklärte er damals – doch die Verhandlungen scheiterten an einem lukrativen ‘Crossover’-Angebot im Kickboxen.

Eddie Hearn, der mächtige Kopf von Matchroom Boxing, sieht Wilder weiterhin als den wahrscheinlichsten Gegner. Das ‘Bronzehammer’-Phänomen, der sechs Jahre lang den Titel hielt, könnte der ideale Abschluss für Usyks Karriere sein. “Usyk hat schon lange gesagt, dass er Wilder in seinem Lebenslauf sehen möchte. Das hat mich wirklich überrascht”, so Hearn. “Ich dachte an Rico [die Revanche], aber dann kam mir der Gedanke: Was auch immer Usyks nächstes Kampf wird, es wird nicht um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gehen. Vielleicht um einen Zuffa-Gürtel oder etwas Ähnliches.”

Die Strategie von Usyk scheint klar: Er sondiert den Markt nach lukrativen Alternativen und wägt den Wert eines Kampfes gegen ein Kickbox-Phänomen gegen die Prestige eines Duells gegen einen Schwergewichts-Titanen ab. Denn Hearn fügt hinzu: “Wenn es Usyk gegen Rico geben sollte und die Weltmeisterschaft im Schwergewicht nicht auf dem Spiel steht, verliert man einen Teil der Anziehungskraft dieses Kampfes. Dann geht es nicht mehr darum, dass Rico zum Champion wird.”

Sergey Lapin, Usyks Manager, bestätigte bereits, dass es “Kontakte” zu Zuffa, der Muttergesellschaft der UFC, gab. Ein Wechsel in die Welt des Mixed Martial Arts scheint also durchaus realistisch. Das erklärt auch Usyks Entscheidung, auf die klassischen Titel zu verzichten. Wilder, dessen letzter Kampf im April gegen Derek Chisora in London stattfand und mit einer knappen Punktentscheidung für den Amerikaner endete, wartet gespannt auf die Entscheidung.

Ein neues kapitel für ‘the cat’

Ein neues kapitel für ‘the cat’

Usyk scheint das etablierte Championat hinter sich zu lassen und sich nach neuen Herausforderungen zu sehnen. Ob es nun ein Duell mit Wilder im Boxring oder ein Sprung in den Octagon der UFC sein wird, eines ist gewiss: Olexandr Usyk wird die Sportwelt weiterhin in Atem halten. Die Entscheidung liegt bei ihm – und der finanzielle Anreiz ist enorm.