Deschamps kehrt zurück: frankreich will in den k.o.-runden dominieren

East Rutherford – Nur wenige Stunden nachdem er an der Seite seiner Familie Abschied von seiner verstorbenen Mutter genommen hatte, steht Didier Deschamps, der erfahrene Coach der französischen Nationalmannschaft, wieder an der Seitenlinie. Ein schwerer Schlag, der die Equipe Tricolore tief bewegt hat, wird nun in Kampfgeist umgewandelt – mit dem Ziel, in der K.O.-Phase der Weltmeisterschaft zu brillieren.

Die mannschaft schließt sich um ihren kapitän

Die Nachricht von Deschamps' persönlichem Verlust traf das gesamte Team hart. Adrien Rabiot, der zentrale Mittelfeldspieler, sprach von einem „Schock“ und betonte die Einheit, die in dieser schwierigen Zeit herrscht: „Wir sind unglaublich froh, dass er wieder bei uns ist. Es ist nicht einfach, unter solchen Umständen zu trauern, aber wir stehen alle hinter ihm.“ Die gesamte Gruppe, so Rabiot weiter, werde versuchen, Deschamps „Trost und neuen Mut zu geben“.

Deschamps selbst scheint bemüht, die Belastung zu verbergen. Er konzentriert sich voll und ganz auf die Aufgabe, die vor ihm liegt. „Es ist gut, den Kopf in die Arbeit stecken zu können“, so der 57-Jährige nach seiner Rückkehr aus Frankreich. Der Abschied von seiner Mutter hinterließ tiefe Spuren, doch Deschamps will seine Mannschaft nicht mit seinen Sorgen belasten. Stattdessen setzt er auf Professionalität und Entschlossenheit.

Neuanfang in den k.o.-spielen

Neuanfang in den k.o.-spielen

Nach drei souveränen Siegen in der Gruppenphase beginnt für Frankreich die WM von vorne. „Das Turnier beginnt jetzt erst richtig“, erklärte Deschamps mit Nachdruck. Das bevorstehende Sechzehntelfinale gegen Schweden am Dienstag (23.00 Uhr MESZ/MagentaTV) wird dabei eine Standortbestimmung sein. „Schweden hat nichts zu verlieren und kann uns unangenehm überraschen“, warnte der erfahrene Trainer. Ein „seriöser“ Auftritt und höchste Konzentration sind gefordert, um das Weiterkommen zu sichern.

Trotz des schweren persönlichen Verlusts und der verletzungsbedingten Ausfälle von Marcus Thuram und N’Golo Kanté, die in dieser WM bisher keine tragende Rolle spielten, blickt Deschamps optimistisch in die Zukunft. Seine Entscheidung, nach der WM das Amt des Nationaltrainers niederzulegen, ändert nichts an seinem Engagement für die Mannschaft. Er will die verbleibende Zeit nutzen, um mit seinen Spielern gemeinsam Geschichte zu schreiben und die französische Fußball-Nation stolz zu machen. Denn eines ist klar: Deschamps' Leidenschaft für den Fußball und sein unerschütterlicher Glaube an seine Mannschaft sind ungebrochen – und das ist mehr wert als jeder taktische Kniff.