Infantino unter druck: 50 eu-parlamentarier fordern untersuchung!
Ein Sturm braut sich zusammen um FIFA-Präsident Gianni Infantino. Fünfzig Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben in einem deutlichen Signal an die FIFA eine Beschwerde gegen Infantino unterstützt, die von der Menschenrechtsorganisation Fairsquare eingereicht wurde. Die Anschuldigung: Ein politischer Eingriff von enormer Tragweite.

Die preisverleihung an donald trump – ein fehltritt?
Im Zentrum des Streits steht die Verleihung eines sogenannten „FIFA-Friedenspreises“ an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Diese Auszeichnung, die kurzfristig ins Leben gerufen wurde, nachdem Trump den Friedensnobelpreis verpasste, wird nun als Verletzung der politischen Neutralität der FIFA kritisiert. Die Parlamentarier sehen darin eine unzulässige Vermischung von Sport und Politik.
„Wir, die unterzeichnenden Abgeordneten des Europäischen Parlaments, fordern die FIFA-Ethikkommission nachdrücklich auf, diese Untersuchung mit größtmöglicher Schnelligkeit und Ernsthaftigkeit voranzutreiben“, heißt es in dem an den FIFA-Präsidenten und den FIFA-Rat adressierten Schreiben. Der norwegische Verband hatte bereits zuvor seine Unterstützung für die Beschwerde erklärt.
Nick McGeehan, Direktor bei FairSquare, unterstreicht die Brisanz der Situation: „Dies ist ein politischer Eingriff von enormer Tragweite angesichts des Fehlverhaltens bei der FIFA – ein Schritt, der das Potenzial hat, Gianni Infantino massiv unter Druck zu setzen.“ Er glaubt, dass die Nähe von Infantino zu Trump, die sich in gemeinsamen Auftritten und einer sogar Büromiete im Trump-Tower widerspiegelt, die Statuten der FIFA verletzt.
Die FIFA reagiert bislang nicht auf die Vorwürfe. Doch die wachsende Kritik, insbesondere durch die EU-Parlamentarier und die Menschenrechtsorganisation, könnte die Position von Infantino nachhaltig schwächen. Das Turnier der WM 2026 rückt näher und mit ihm der Druck, die Integrität des Sports zu wahren.
Bernd Neuendorf, der DFB-Präsident und ebenfalls Adressat des Schreibens, versuchte, die Vergabe des Preises zu rechtfertigen, indem er auf Trumps Rolle beim Nahostkonflikt verwies. Diese Erklärung wird jedoch von vielen Seiten als unzureichend abgetan.
Die Ethikkommission der FIFA hat lediglich den Eingang der Beschwerde bestätigt. Ob und wann eine Entscheidung in der Sache fallen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Fall Infantino und der FIFA-Friedenspreis für Donald Trump hat eine Debatte ausgelöst, die den internationalen Fußball in seinen Grundfesten erschüttert.
