De la rosa zündet madrid-fieuer: „zwei gp in spanien? das ist kein luxus, das ist ein wunder“
Pedro de la Rosa donnert in die Hauptstadt, und plötzlich riecht Madrid nicht nur nach Churros, sondern nach Benzin. Der langjährige Aston-Martin-Botschafter eröffnet den F1 Arcade an der Paseo de la Castellana, schwingt sich auf den Profi-Simulator – und liefert nebenbei die Kampfansage für 2025: Ein Rennen in Madrid wird ein Erfolg mit Knalleffekt.
Madrid wartete 45 jahre – jetzt platzt der korken
„Die Vorfreude hier ist einfach gigantisch“, sagt der Baskische mit jenem verschmitzten Grinsen, das ihn früher schon am Freitag schneller machte als manche Konkurrenten am Samstag. „Wir haben zwei Grand Prix im selben Land, während Frankreich und Deutschland leer ausgehen. Das sollten wir uns auf die Fahne schreiben, statt zu jammern.“ Die Rechnung des 53-Jährigen: Spanien investiert vergleichsweise wenig, bekommt aber 20 Prozent des Starterfelds mit eigenen Piloten geliefert – Carlos Sainz und Fernando Alonso sind für ihn „Piloten, die fast allein das Budget rechtfertigen“.
Der neue Stadtkurs rund um die Plaza de Toros de las Ventas – intern schon als „Madring“ getauft – verspricht laut de la Rosa „urbanen Wahnsinn mit Extra-Geschmack“. Die Tribüne an der Monumental-Kurve sei nur die Spitze des Eisbergs. „Es gibt Ecken, die noch spektakulärer sind – aber ich verrate nicht, welche. Sonst verbaue ich Aston Martin die besten Überholmöglichkeiten.“

Honda-power kommt, vertrauen bleibt
Zurück auf dem Asphaltsieht der Spanier seine Farben trotz des holprigen Saisonstarts gelassen. „Miami bekommt ein Zuverlässigkeits-Update, daran wird gearbeitet, mehr sage ich nicht“, zwinkert er. Die heftigen Motorenschwingungen, die Alonso und Stroll in Bahrain und Jeddah plagten, seien „ein Schulterzucken, kein Weltuntergang“. Gemeinsam mit Honda werde „rund um die Uhr“ an der Dämpfung getüftelt. „Wir haben April nicht verloren, wir haben Daten gesammelt. Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Planung.“
Und wie sieht es mit Alonsos Zukunft aus? Vertrag aus, Entscheidung offen. De la Rosa zuckt mit den Schultern. „Wir reden nicht über 2026, wir reden über Mikrometer an der Aufhängung. Wenn Fernando bereit ist, entscheidet er – nicht wir. Ein Champion darf man nie zum Abschied drängen, sonst verliert man ihn vorzeitig.“

Sicherheit vor show – die fia steht im fokus
Bei aller Euphorie mahnt der Ex-Pilot: „Spaß ist subjektiv, Sicherheit nicht.“ Die geplanten Regel-Anpassungen an der Qualifying-Formaten hält er für Nebensache. „Wichtig ist, dass die Geschwindigkeitsunterschiede in den Bremszonen kleiner werden. Die FIA hat in den letzten zehn Jahren Leben gerettet – auch meines. Darum vertraue ich blind darauf, dass die nächste Änderung wieder die richtige ist.“
Er selbst habe 2009 in Ungarn den Schädel eingeschlagen, 2012 in Bahrain die Rippen gespalten – und sei trotzdem wieder ans Steuer gestiegen. „Weil die Sicherheit besser wurde, nicht weil ich mutiger wurde.“
Am Abend verlässt de la Rosa den Arcade mit schwerem Schritt – nicht vom Stehen, sondern vom Gas. „Ich habe auf dem Simulator drei Zehntel auf Alonso geholt“, lacht er. „Virtuell zählt das. In Madrid 2025 zählt nur eins: Wer zuerst durch die Monumental biegt, kann Weltmeister werden.“
