Da costa verlängert bis 2027 – und erzählt von seiner irrsten not-toiletten-einlage

Die 0:2-Pleite gegen Sigma Olmütz war vergessen, als Danny da Costa die Kabine betrat – buchstäblich. Der Mainzer Außenbahn-Sheriff hat nicht nur seinen Kontrakt per Option bis 2027 verlängert, sondern auch eine Szene abgeliefert, die in 16 Profijahren seines Kollektivgedächtnisses keine Parallele findet.

27 Plus 8 plus 1 – die automatik zieht

27 Bundesliga-Einsätze, acht Conference-League-Partien, ein Pokalauftritt. Die Zahlen wirken unspektakulär, bis man weiß: Sie lassen den 32-Jährigen automatisch durchstarten. Die Klausel war ein Gentlemen-Deal zwischen Sportschule und Spieler: Erreiche da Costa die Marke, verlängert sich das Papier still und heimlich um zwölf Monate. Mainz 05 bestätigte am Freitagvormittag den Vollzug. Keine Fanfare, keine Pressekonferenz – nur ein Satz im Kurzprotokoll: „Vertrag läuft bis Sommer 2027.“

Für den Verein ist das ein Schnäppchen. Der Routinier kostet keine Ablöse, versteht das 3-4-3 ebenso wie die Fünferkette und pendelt zwischen rechter Schiene und Innenverteidigung, als hätte er einen persönlichen Fahrplan. Für die Zahlenabteilung bedeutet das: kein Neuzugang, keine Anlaufzeit, kein Risiko.

Der sprint, den niemand auf dem schirm hatte

Der sprint, den niemand auf dem schirm hatte

Doch die Meldung geriet zur Nebensache, als Videos durchs Netz gingen. Minute 87 gegen Olmütz, Ergebnis sicher, da Costa prescht plötzlich Richtung Katakomben. Urs Fischer blinzelt irritiert, die Analysten glauben an Zeitspiel, die Fans rufen „Haste ’ne Gelb vergessen?“

Was niemand wusste: Magenkrämpfe. Der Verteidiger rast zur Toilette, reißt sich die Binde vom Arm, kommt zurück – und darf nicht mehr wechseln, weil Kacper Potulski längst auf dem Rasen steht. Ein Einsatz, der keiner war. „Unsere Videoabteilung hat mir die letzten zwei Minuten vor dem Abgang ins Scheinwerferlicht gerückt. Ich sehe aus, als würde ich durch Treibsand stapfen“, lacht da Costa im Podcast ‚Copa TS‘. Die Anekdote kursiert inzwischen als Lehrvideo für Kommunikationstrainings – und als Warnung, warum man Dauerläufer nicht einfach rauswinkt.

Für Mainz ist die Geschichte typisch: Selten spektakulär, oft effektiv, manchmal skurril. Mit da Costa bleibt eine der flexibelsten Leihgaben der Liga in Rheinhessen verankrt – und die Kabine behält ihren Lieblingsstoff für nächste Highlights, auf dem Platz wie neben der Toiletten-Tür.