Rivas enthüllt: nur verletzungen konnten carolina marín stoppen

Es gibt Rivale, und es gibt Verletzungen. Letztere waren es, die Carolina Marín aufhielten – sonst niemand. Das sagt Fernando Rivas, der Mann, der die Huelva-Löwin vom Nachwuchs zur Olympiasiegerin coachte, wenige Stunden nachdem Marín ihren Rücktritt verkündete.

Rivas schrieb auf Instagram, was viele dachten, aber keiner so klar aussprach: „Nur die Verletzungen konnten dich bremsen, keine Gegnerin auf dem Feld.“ Ein Satz, der sofort durchs Netz ging und die Debatten entfachte – wie groß war Marín wirklich? Größer als jede Konkurrentin, laut Rivas.

Der letzte blick auf huelva bleibt verwehrt

Die Europameisterschaft vom 6. bis 12. April in ihrer Heimatstadt hätte der große Auftritt werden sollen. Marín sagte ab, um „ihren Körper nicht weiter zu riskieren“. Rivas’ Worte klingen wie ein Nachruf auf eine Ära, die nie ihr Finale fand. Er postete Bilder: Siegesumarmungen nach Weltmeistertiteln, Tränen nach Kreuzbandrissen, Trainingslager in China, wo sie als Teenager schon gegen Profis spielte, als wäre es ein Freundschaftsspiel.

„Wir haben alles durchgemacht: Titel, Niederlagen, Verluste, Verletzungen, die unmöglich schienen, und Comebacks, die nur du schaffst“, schreibt Rivas. „Immer nach vorn, immer mit der Tapferkeit, die dich ausmacht.“

Madrid, ein zug und ein kind mit einem traum

Madrid, ein zug und ein kind mit einem traum

Er erinnert sich an den Tag, als ein 14-jähriges Mädchen mit dicken Haarspangen und noch dickerem Ehrgeiz in Madrid aus dem Zug stieg. „Sie wollte die Beste sein, Punkt, kein Aber“, erzählt Rivas. „Mit der Unschuld eines Kindes, das noch nicht wusste, was für Opfer das kostet.“ Ihm selbst schwante damals schon, dass er einmal das spanische Nationalhymnenglocken-Intro in einem olympischen Finale hören würde. Rio 2016 war der Beweis.

Nach dem Gold kam der Preis: drei Kreuzbandrisse, eine Achillessehnenruptur, Meniskus, Bandscheibe – ein Katalog moderner Sportmedizin. Marín kehrte zurück, fiel wieder aus, kehrte wieder zurück. Rivas war immer da, auch wenn sie sich monatelang nur in Rehazentren sah. „Die Umarmungen auf den Fotos“, schreibt er, „sind nicht nur Siegesumarmungen. Wir haben uns auch nach Niederlagen gehalten.“

Ein abschied ohne fanfaren, aber mit klarheit

Ein abschied ohne fanfaren, aber mit klarheit

Marín selbst schweigt bislang zu den Gründen jenseits der Verletzungen. Sponsoren verlieren ein Gesicht, der spanische Verband eine Ikone, die Sportart Badminton in Europa ihre größte Wahlkampfhelferin. Rivas sagt, was sie nicht sagen muss: „Du hast deinen Weg selbst gewählt, wie immer.“ Ein letzter Beweis von Stärke, indem sie aufhört, bevor der Körper endgültig stoppt.

Die Statistik bleibt: Olympia-Gold 2016, drei Weltmeistertitel, fünf Europameisterschaften, 302 Siege im Einzel. Die Frage, wie viele Titel noch drin gewesen wären, wird offen bleiben. Rivas hat seine Antwort schon: „Wir werden es nie mit Sicherheit wissen, aber ich spüre es: Niemand konnte sie schlagen, nur das Knie.“