Corberán zieht die reißleine: valencia schlägt sevilla und entflieht dem abstieg

Valencia gewinnt in Sevilla mit 2:0 – und plötzlich ist alles anders. Trainer Carlos Corberán, noch vor Tagen mit dem Gesicht eines Mannes, der die Luft anzählt, strahlt. 35 Punkte. Vier Vorsprung auf den Strich. Ein Sieg, der wehtut und befreit zugleich.

Corberáns wandlung: von oviedo-frust zu sevilla-feuer

Die Bilder vom 0:1 in Oviedo schwirrten noch durch die WhatsApp-Gruppen der Fans. Corberán, damals bleich, wirkt nun wie ausgewechselt. „Diese Version wollten wir zeigen“, sagt er nach Abpfiff. Kein Blatt vor den Mund, aber auch kein Triumphgeheul. Stattdessen: ein Trainer, der endlich wieder an seine eigene Rhetorik glaubt. Die Neuzugänfe Guido Rodríguez, Sadiq und Unai Gómez haben ihm den Rücken gestärkt – nicht durch Zauber, sondern durch Druck. „Sie haben Profile, die uns fehlten“, sagt Corberán. Kein Satz über Millionen-Budgets, nur ein Fakt: Valencia war in Sevilla kompakt, bissig, klug.

Die Defensive? Kein Zufall. Corberán lehnt das Wort „defensiv“ ab, weil es klingt, als würde man sich verstecken. „Wir verteidigen, um anzugreifen“, sagt er. Das 4-4-2 mit der Doppelspitze aus Duro und Sadiq funktioniert wie eine Falle: Erst drosseln, dann zuschlagen. Guido Rodríguez spielt nicht nur Sechser, er ist der Metronom, der Sevillas Pressing schachmatt setzt. Die Statistik: 52 % gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld – Saisonrekord.

Europa? nein. erst mal sonntag.

Europa? nein. erst mal sonntag.

Fragt jemand nach Europa, lacht Corberán nicht, er ignoriert die Frage einfach. „Unser Ziel ist der nächste Dreier“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass Tabellen lügen, wenn man sie zu früh liest. Die Fans jubeln, aber nicht zu laut. Im Mestalla hat man gelernt: Saisonen werden im April entschieden, nicht im Februar.

Am Sonntag kommt Real Sociedad. Ein Sieg, und Valencia wäre obenauf. Corberán wird wieder diese entspannte Miene aufsetzen – bis zum nächsten Spiel. Denn in LaLiga wartet kein Ballon mit Sauerstoff, sondern ein Ball mit Messer und Gabel. Und der fliegt immer wieder aufs Tor.