Gayá taumelt, valencia siegt: schicksalsspiel im sánchez-pizjuán
Ein blutender Schädel, zwei Schlage innerhalb von fünf Minuten, dann war Schluss. José Luis Gayá verließ den Rasen im Sánchez-Pizjuán mit zerschlagenem Gesicht und trübem Blick – ein Bild, das selbst die Sevilla-Fans verstummen ließ. Der Kapitän von Valencia musste in der 25. Minute ausgewechselt werden, weil er den Ball nicht mehr scharf sehen konnte.
Der unfallablauf: kopf gegen kopf, dann kopf gegen hacke
Minute 15: Gayá prallt mit Juanlu zusammen, beide bleiben liegen. Er steht auf, wischt sich das Blut ab, spielt weiter. Minute 20: Nach einem Zweikampf im Sechzehner trifft ihn erneut ein Schlag – diesmal die Spitze eines Stiefels an derselben Stelle. Die Wunde platzt wieder auf, das Trikot färbt sich rot. Gayá taumelt, bleibt aber auf dem Feld. „Er wollte weitermachen, weil er unser Kapitän ist“, sagt Trainer Corberán später. Doch als er beim Schiedsrichter um Auszeit bittet, weil er „die Linien nicht mehr richtig erkenne“, greift der Mediziner ein.
Im Stadion klatschen 38.000 Menschen respektvoll, während Gayá mit gesenktem Kopf in die Kabine schlurft. Sofort wird er ins Hospital Virgen del Rocío gebracht, wo ihm eine CT-Computertomographie verpasst wird. Parallel landet auch Juanlu in einer anderen Klinik – beide Akteure erleiden leichte Gehirnerschütterungen, aber keine Frakturen.

400 Spiele, eine rote kapuze und der sieg ohne ihren anführer
Was niemand ahnte: Ohne ihren Linksverteidiger dreht Valencia auf. Pepelu erzielt in der 71. Minute das 1:0, Duro erhöht in der 88. auf 2:0. Die Gäste feiern den ersten Auswärtssieg seit Januar, doch die Freude bleibt gedämpft. „Wir gewinnen, aber unser Captain kann es nicht mitfeiern“, sagt Duro. „400 Einsätze für diesen Verein – das ist kein Spieler, das ist ein Stück Valencia CF.“
Gayá selbst meldet sich später per Instagram: „Danke für die Nachrichten. Mir geht es gut, nur ein fetter Keks auf der Stirn.“ Die medizinische Freigabe für das Duell gegen Betis in zwei Wochen steht noch aus. Laut Liga-Protokoll benötigen Spieler mit Gehirnerschütterung mindestens eine Woche Komplettpause, bevor sie überhaupt wieder mit leichtem Lauftraining beginnen dürfen.
Für Valencia bleibt die Erkenntnis: Mit Herzblut allein gewinnt man kein Spiel – aber ohne Kapitän gewinnt man auch nur selten. Die Mannschaft fliegt in der Nacht mit drei Punkten im Gepäck nach Hause. Gayá fliegt mit dem nächsten Flug – und mit einer Kopfbinde, die wohl noch ein paar Tage die Farben des Vereins trägt: Schwarz, Weiß, Grün – und ein bisschen Rot.
