Conte und mancini: azzurri-trainer-poker um die zukunft!
Rom – Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer für Italien hat bereits jetzt für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Während Gian Piero Gasperini sich aus dem Rennen zurückgezogen hat, rücken die Namen von Roberto Mancini und Antonio Conte immer stärker in den Fokus. Können die beiden ehemaligen Azzurri-Coaches tatsächlich noch einmal das Ruder übernehmen?
Vertragliche bindungen und finanzielle erwartungen
Beide Trainer stehen aktuell noch bis 2027 bei ihren jeweiligen Vereinen unter Vertrag: Mancini beim qatarischen Al-Sadd und Conte beim SSC Neapel. Doch die Verträge sind, wie es heißt, nicht „undurchlässig“. Die finanzielle Dimension spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mancini verdient aktuell 5 Millionen Euro netto pro Saison in Katar, die bei einer Verlängerung bis 2028 sogar auf 8 Millionen Euro ansteigen könnten, sofern er die Qualifikation für die nächste Asiatische Champions League erreicht. Die FIGC (Italienischer Fußballverband) dürfte diese Summe kaum stemmen können.
Conte hingegen kassiert in Neapel 6 Millionen Euro netto pro Saison, möglicherweise sogar etwas mehr, zuzüglich erfolgsabhängiger Boni. Auch hier stellt sich die Frage, ob die FIGC bereit ist, diese Gehälter zu übernehmen. Allerdings ist bekannt, dass in der Vergangenheit bereits Sponsoren bereit waren, einen Teil des Gehalts zu decken, um Conte als Nationaltrainer zu sehen.
Die Situation in Katar wirft zusätzlich Fragen auf. Der Liga-Betrieb ist aufgrund des Konflikts im Nahen Osten derzeit unterbrochen, was Mancini möglicherweise eine gewisse Flexibilität bei seinen Verhandlungen mit der FIGC einräumt.

Mancinis reue und contes neapolitanische mission
Roberto Mancini hat in der Vergangenheit öffentlich seine Reue über den vorzeitigen Abschied von der Nationalmannschaft geäußert. „Ich bin im Juni gegangen und habe einen Fehler gemacht. Ich hätte mit dem Präsidenten sprechen sollen“, so Mancini damals. Die Möglichkeit, die Mannschaft zu einer neuen Weltmeisterschaft zu führen, reizt ihn offensichtlich zutiefst. Es wäre eine Art persönlicher Rache für die bittere Niederlage gegen Nordmazedonien im WM-Qualifikationsspiel 2022.
Antonio Conte hingegen befindet sich mit dem SSC Neapel in einer schwierigen Saison, kämpft aber weiterhin um den Scudetto. Die Frage ist, ob er bereit wäre, seinen Vertrag in Neapel vorzeitig zu beenden, insbesondere wenn der Verein noch Chancen auf den Titel hat. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der SSC Neapel Conte in der aktuellen Phase der Saison ziehen lassen wird. Allerdings könnte sich die Situation ändern, sollte Conte nach Saisonende eine Anfrage von der FIGC erhalten, die er als zu verlockend erachtet.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die WM-Qualifikationsspiele im Juni und das Ende der Serie A am 23. Mai werden die Entscheidung beeinflussen. Die FIGC muss sich beeilen, um einen Nachfolger für Gian Piero Gasperini zu finden, bevor andere Vereine oder Verbände die beiden erfahrenen Trainer abwerben.
Es bleibt spannend, wer die Nachfolge von Gasperini antritt und Italien zurück in die Erfolgsspur führt.
