Dortmund gegen stuttgart: tomas gegen nmecha – das duell, das die liga spaltet

Samstag, 15.30 Uhr, Signal Iduna Park. Tiago Tomas will den Ball, Felix Nmecha will den Kopf. Beide rutschen, beide stehen auf, beide wissen: Wer diesen Zweikampf gewinnt, gewinnt vielleicht die ganze Woche.

Warum dieses aufeinandertreffen die bundesliga verändert

Warum dieses aufeinandertreffen die bundesliga verändert

Keine zwei Spieler stehen so sehr für die Gegenwart ihrer Klubs. Tomas, 21, Portugiese, Leihgabe vom Sporting-Universum, trägt Stuttgart mit 36 km/h Spitzengeschwindigkeit in die Zukunft. Nmecha, 23, BVB-Eigengewächs, soll die fehlende Kante zwischen Mittelfeld und Angriff schärfen. Ihre Statistik: Null Tore, drei Assists – aber 67 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Das ist kein Schönspiel, das ist Arbeitsamt.

Trainer Edin Terzić hat Nmecha in dieser Woche auf die Tenne geschickt. Videoanalyse bis 23 Uhr, dann Einzelgespräch. Thema: „Wie stoppe ich einen Flügelsturm, der nicht mal Bremsen kennt?“ Sebastian Hoeneß kontert mit einem Lächeln: „Wenn Tomas erst einmal dribbelt, guckt selbst der VAR nur noch Netflix.“

Die Zahl, die beide Teams nervös macht: 37. So viele Sprintduelle lieferten sich Dortmund und Stuttgart in der Vorsaison – Rekord. Jeder Meter kostet Haut. Wer zuerst blutet, verliert die Tabellenführung.

Im Mixed Zone flüstern Scout-Stimmen: „Tomas‘ erste Bewegung geht immer innen, zweite immer außen. Nmecha muss ihm die Orientierung rauben, sonst steht’s 0-1, bevor der Pavillon singt.“ Die Wette dahinter: 1,9 Millionen Euro Prämie für den Sieg. Ein Sieg, der Stuttgart nach 15 Jahren wieder auf Platz eins katapultieren würde. Dortmund wiederum würde mit einem Punkt Vorsprung in die Länderspielpause gehen – und endlich aufhören, sich selbst zu jagen.

Am Ende bleibt ein Geruch: Rasen, Schweiß, und etwas von Ferien. Denn wer hier verliert, muss in der Länderspielpause Erklärungen abliefern. Wer gewinnt, darf zwei Wochen lang durchatmen. Tiago Tomas oder Felix Nmecha – einer von beiden wird Samstagabend die Lufthoheit über NRW erklären. Die Liga schaut zu, die Liga zittert. Und keiner möchte im Mittelkreis stehen, wenn der Schiedsrichter pfeift.