Conegliano dreht 0-2-rückstand: toloks 34-punkte-show reicht nicht
Kurz vor Mitternacht schrieen 4.000 Kehlen im PalaVerde sich heiser, denn Imoco Conegliano hatte soeben ein kleines volleyballistisches Wunder vollbracht: 0-2 gegen Novara, dann 3-2 – und das ohne Gabi, mit zwei Matchbällen im Rücken und einer Gegnerin, die fast nur aus Ekaterina Tolok zu bestehen schien.
Tolok trifft, aber conegliano trifft zurück
Die Russin donnerte 34 Punkte bei 55 % Effizienz in das Parkett, doch ihre Teamkolleginnen verschwanden nach dem zweiten Satz im Nebel. „Wir haben sie einfach weggeschlossen“, sagt Joanna Wołosz, die mit Tempo-Angriffen über Außen die Abwehrketten früstückte. Der dritte Satz? Ein 25-15-Klassiker, in dem Novara nur 22 % Angriffseffizienz bleibt – und plötzlich war das Momentum weg.
Isabelle Haak war an diesem Abend nicht einfach nur gut, sie war eiskalt: 25 Punkte, nur drei Fehler. Zhu Ting steuerte 21 bei 53 % bei, doch ihre wichtigste Aktion kam in der Tie-Break-Annäherung: einstellige Führung, 13-12, dann Block gegen Tolok – Conegliano kann durchatmen.

Novara verliert, aber nicht den mut
Trainer Stefano Bernardi schüttelte nach dem Abpfiff nur den Kopf: „Tolok trägt uns, aber Volleyball ist kein Einzelspiel.“ Seine Schlussfolgerung für Samstag, 21.15 Uhr im PalaIgor: mehr Variabilität, schnellere Mitte, bessere Aufschlagserie. Die Serie steht 1-0, doch wer Conegliano kennt, weiß: Die Titelmaschine lässt sich nicht so leicht auseinandernehmen.
Die Zahlen sind eindeutig: Conegliano gewann 21 der letzten 22 Play-off-Heimspiele. Novara muss nun auswärts siegen, um nicht vorzeitig in die Sommerpause zu treten. Die nächste Runde ist programmiert – und wenn Tolok wieder 34 Punkte macht, aber Haak & Zhu nur 46 zusammen, wird es erneut brenzlig. Die Meister sind gewarnt, der Underdog lebt. Samstag wird abgerechnet.
