Comithier fallt, bonn zittert: ludwigsburg stiehlt den korb in letzter sekunde

0,7 Sekunden. Genau das bisschen Zeit fehlte Alijah Comithier, um sich vom Buhmann zum Helden zu erheben. Stattdessen klatschten zwei Freiwürfe an die Rechnung, Bonn unterliegt Ludwigsburg 79:81 – und die Playoff-Luft wird dünner.

Die zitternde linie und was sie bedeutet

Die Telekom Dome-Decke schien auf Comithiers Schultern zu lasten, als er nach dem Foul an sich selbst die Linie suchte. Er trägt 83 Prozent dieser Saison, aber genau diese beiden zählten. Erster Versuch: zu kurz. Zweiter: Metall. Die Ludwigsburger Bank jubelte schon, während 6.400 Zuschauer den Atem anhielten. „Die Bälle wollten einfach nicht rein“, sagte Grayson Murphy mit dem Gesicht eines Mannes, der weiß, dass Tabellenplatz vier nicht automatisch Platz vier bedeutet.

Das Spiel selbst war ein Schlagabtausch ohne Seil. Bonn startete mit dem Dreier-Turbo, ließ aber sofort die Defensive sinken, sobald Kur Jongkuch mit seinem dritten Foul auf die Bank musste. Lenny Anigbata dankte es mit einem Dreier, Ludwigsburg plus acht – die größte Lücke des Abends. Doch Jalen Finch schaltete den Turbo, traf fünf Würfe in Serie und hielt die Hausherren im Rennen. Mit 19 Punkten war er letztlich das Offensivbollwerk, das die Pleite erträglich machte.

Die entscheidende Phase begann 3:12 Minuten vor Schluss. Bonn führte 67:62, verpasste es jedoch, den Sack zuzumachen. Ludwigsburg antwortete mit einem 11:2-Lauf, Bonn antwortete mit drei Turnovern in Folge. Die Dreier-Quote? 5/27. Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Muster – und genau das bereitet Trainer Marko Stankovic Kopfschmerzen.

Playoff-fahrplan wird zur achterbahn

Playoff-fahrplan wird zur achterbahn

Die Niederlage bedeutet nicht nur die zweite Pleite in Serie, sondern auch den Verlust der eigenen Playoff-Sicherheit. Bonn bleibt zwar Tabellenvierter, die Riesen aus Ludwigsburg schlieben sich auf Platz acht bis auf zwei Siege heran. Bei noch fünf Spielen kann die Tabelle binnen einer Woche komplett umsortiert sein. Die Pre-Playoffs, diese lästige Zusatzrunde, rücken näher.

Comithier selbst verließ die Halle mit Kapuze tief im Gesicht. Kein Interview, keine Geste. Die Statistik wird seine beiden Fehlwürfe vermerken, die Erinnerung der Fans wird sie länger begleiten. Denn in der BBL zählt nicht, wie gut du 39 Minuten und 59,3 Sekunden warst, sondern was in der letzten Zehntelsekunde passiert. Ludwigsburg feiert, Bonn fragt sich: Wer tritt beim nächsten Mal an die Linie?