Ceuta versinkt: 50 gegentore, ein albtraum ohne ende

0:5 hieß es nach 90 Minuten in Butarque, doch die Zahlen lügen nicht: Ceuta ist längst auf 50 Gegentore gestiegen und damit offiziell das Schlusslicht der Defensivstatistik. Die LaLiga Hypermotion hat einen neuen Prügelknaben – und der hat gerade erst die Hälfte des Spieltags gespielt.

Das system wackelt, die nerven liegen blank

Das system wackelt, die nerven liegen blank

Was in Madrid passierte, war kein Ausrutscher, sondern die logische Eskalation einer Saison, in der die eigene Hälfte zum Bahnhof wurde. Ballverlust, Umschalten, Gegentor – ein Mantra, das sich seit August wiederholt. Die 4:0-Klatsche in Las Palmas war erst vor zwei Wochen, doch statt Fragen zu beantworten, lieferte Ceuta neue.

Die Personalie ist ein einziger Wirbelsturm. Seit Spieltag eins rotieren Trainer Juanjo Mallenco durch acht verschiedene Viererketten, drei Keeper und Dutzende Reihungsversuche. Keine einzige Formation überlebte mehr als drei Partien unverändert. Das Ergebnis: null Automatismen, maximale Lücken. Die Statistik der „clean sheets“ fällt mit gerade einmal zwei Belegen so mager aus wie die Aufstiegschancen eines Abstiegskandidaten.

Die 50 Gegentreffer bedeuten 1,92 pro Spiel – ein Wert, der in den vergangenen zehn Jahren nur von Teams erreicht wurde, die am Ende den Gang in die Drittklassigkeit antreten mussten. Ceuta teilt sich die Schmach mit dem CD Mirandés, der auf Platz 21 steht. Die Tabelle lügt selten, und wer dort unten wohnt, muss sich früher oder später mit dem Abstiegsplayout rumärgern.

Doch es gibt noch eine Kehrseite, die dem Trainerteam Kopfschmerzen bereitet: Die Offensive liefert zwar Tore, doch jedes eigene Tor wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Mannschaft erzielte zwar 28 Treffer, kassierte aber fast doppelt so viele. Wenn der Gegner nur 40 Prozent Ballbesitz braucht, um fünfmal einzunetzen, spricht das Bände über Effizienz – und die fehlende Balance zwischen Risiko und Sicherheit.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Ceuta noch rettende Deckung findet oder ob die Saison endgültig zur Geduldsprobe wird. Die Fans forderten nach Abpfiff in Butarque lautstark „Defensivtraining statt Sommertour“. Die Verantwortlichen haben 14 Tage, um eine Idee zu liefern, die mehr ist als ein Pflaster auf einer offenen Fraktur. Die Zeit läuft, und die Gegner warten schon – mit dem Lachen im Nacken und dem Torjubel in der Hinterhand.