Cerdà: vom nobody zum liga-revolutionär!
Wer hätte das gedacht? Nachdem Josep Cerdà in der Hinrunde lediglich 34 Minuten in zwei Partien absolvierte, katapultiert er sich nun zum Shootingstar der Segunda División. Der Angreifer aus Pollença hat sich in den letzten Wochen in aller Munde gemacht – und das aus gutem Grund.

Der aufstieg eines unterschätzten talents
Acht Treffer in 15 Spielen im laufenden Jahr 2026 sprechen eine deutliche Sprache. Und nicht nur das: Cerdà liefert auch zwei Vorlagen. Mit ihm in der Anfangsformation holte Andorra in sechs von neun Spielen die drei Punkte und verlor lediglich eines. Der Verein, dessen Fäden im Hintergrund Gerard Piqué zieht, hat den Abstand zum Abstiegskampf auf satte 15 Punkte vergrößert. Ein Play-off-Platz ist zwar mit neun Punkten Abstand noch ein ambitioniertes Ziel, aber nicht mehr reine Fantasie.
Die Geschichte von Cerdà ist alles andere als geradlinig. Am Ende der Vorsaison, die mit dem Aufstieg endete, plagten ihn Beschwerden im Schambein, die einen Eingriff erforderlich machten. Die ersten elf Spieltage der Saison verpasste er damit komplett. Sein Comeback erfolgte in der 12. Begegnung gegen Cádiz, wo er lediglich vier Minuten Einsatzzeit erhielt. Danach saß er zunächst auf der Bank, bis er schließlich in Pucela überzeugte und dort dreißig Minuten zum Einsatz kam. Nach einem weiteren Sieg ohne Einsatz gegen Deportivo la Coruña startete er schließlich ins neue Jahr. Obwohl das Spiel in Ceuta mit einer Niederlage endete, in der er bereits 30 Minuten spielte, erzielte er im anschließenden Gastspiel bei Cultural y Deportiva Leonesa den Ausgleichstreffer.
Minuten gegen Mirandés, Huesca und Almería folgten, bevor der eigentliche Durchbruch gegen Zaragoza kam. Cerdà feierte dort einen Doppelpack und wiederholte diesen Erfolg in der nächsten Begegnung gegen Córdoba. Er blieb in der Startelf und auch die Mannschaft hielt das Tempo hoch – einzig die Partie gegen Eibar unterbrach diese Erfolgsserie. Seitdem gehört er zu den besten Spielern, erzielte in den letzten vier Spielen vier Tore und lieferte zwei Assists.
„Wir kennen ihn bereits aus seiner Zeit in der Segunda RFEF bei Olot. Damals war er schon ein hervorragender Spieler“, lobte Carles Manso, der Cerdás Entwicklung beeindruckt. Der Marktwert des Spielers wird mittlerweile auf 500.000 Euro geschätzt, sein Vertrag bei den Pyrenäern läuft bis 2027.
Cerdà selbst zeigte sich nach dem Sieg gegen Cádiz selbstsicher: „Ich habe immer an mich geglaubt, hart gearbeitet, um diesen Moment zu erreichen. Ich bin sehr froh, ihn jetzt nutzen zu können.“ Ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg ist seine neue Rolle als falsche Neun. „Wir haben ihn oft sehr weit links in der Offensive positioniert, um Breite zu schaffen und im Eins-gegen-Eins zu glänzen. Aber im Training haben wir gesehen, dass er in dieser Position, aus der er das Spiel überschauen und bei Ballannahme von hinten drehen kann, am besten funktioniert. Er hat ein unglaubliches Gespür für den Torraum“, so sein Trainer.
Die Zahlen lügen nicht: Cerdà verkörpert die neu gewonnene Sicherheit und Kontinuität, die das Team auszeichnet. Er ist der Beweis, dass auch nach schwierigen Zeiten ein Neustart möglich ist – und dass Talent, gepaart mit harter Arbeit, Berge versetzen kann.
Der Aufstieg von Josep Cerdà ist mehr als nur eine sportliche Erfolgsgeschichte – er ist ein Symbol für Hoffnung und unbändige Willenskraft.
