Celta vigo kämpft um alonso: 2.873 minuten, ein tor – und ein vertrag, der am 30. juni endet
Marcos Alonso ist der Mann, der in Vigo kaum pausiert hat. 2.873 Spielminuten, 33 Pflichtspiele, ein Treffer – und am 30. Juni steht der 33-Jährige ohne Vertrag da. Während der Celta die Personalie Iago Aspas in der Schwebe hält, Óscar Mingueza mit Klauseln jongliert und die Leihe von Fer López verlängern will, bahnt sich im Hintergrund eine Entscheidung an, die das Gesicht der Defensive für 2025/26 formt: Alonso soll bleiben, doch der Spieler wartet ab.
Claudio giráldez setzt auf alonsos erfahrung
Der Linksverteidiger kam vor einem Jahr aus Barcelona, um der jungen Celta-Seite Stabilität zu verleihen. Geplant war eigentlich eine Nebenrolle, doch Verletzungswellen und sein eigenes Körpergefühl katapultierten ihn zur unumstrittenen Leitfigur. Kein Feldspieler trug öfter das Trikot – und genau das macht die Verhandlungen heikel. Alonso weiß, dass seine Knie nach zwölf Profijahren keine zweite 38-Spiel-Saison garantieren. Er will wissen, welche sportische Perspektive der Klub ihm für die kommende Runde bietet, bevor er unterschreibt.
Interne Zahlen bestätigen seinen Wert: 87 Prozent Passquote, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, dazu 34 Schlüsselpässe – das ist Spitzenfeld der Liga für Außenverteidiger. Doch Zahlen allein überzeugen nicht. Alonso hat Familie und Wohnsitz in Galicien gemietet, fühlt sich wohl, doch er spürt auch, dass der Verein bislang kein konkretes Leistungsangebot auf den Tisch gelegt hat. Es bleibt ein informelles „wir wollen dich“, aber keine Struktur, kein Gehalt, keine Laufzeit.

Aidoo, ristic und cervi stehen ebenfalls vor dem aus
Parallel tickt die Uhr für Joseph Aidoo, der nach einer schwankenden Saison auf der Wunschliste steht, aber kein Angebot erhalten hat. Bei Ristic und Cervi ist die Sache klar: kein weiteres Kapitel. Der Club sucht Abnehmer, um Lohnkosten zu senken. Die Personalplanung ist ein Puzzle, bei dem Alonso das einzige Teil ist, das Trainer Giráldez sofort wieder einsetzen würde. „Er gewinnt uns drei Punkte allein durch Kopfbälle“, sagte der Coach jüngst vor dem Trainingslager in Sanxenxo.
Die nächsten 14 Tage entscheiden. Wenn Alonso bis zum Saisonende keine Zusage erhält, kann er ab 1. Juli frei verhandeln – und dann klingeln die Telefone aus Italien und Saudi-Arabien. Celta-Keeper Vicente Guaita versuchte schon im April, ihn zu überzeugen: „Wenn er geht, verlieren wir unsere linke Seite.“ Die Statistik gibt ihm recht: In den 312 Minuten ohne Alonso kassierte Celta sieben Gegentore, mit ihm nur 34 in 2.873 Minuten – ein Faktor, der sich in Euro und Punkten ausdrückt.
Die Verantwortlichen um Sportdirektor Luis Campos wissen: Wer Alonso ziehen lässt, muss für 15 Millionen Euro Ersatz kaufen. Oder man überzeugt den Spanier mit einem Einplus-Eins-Vertrag, Leistungsprämien und einer Garantie, dass seine Einsatzzeiten reduziert werden, ohne den Stellenwert zu verlieren. In Vigo rechnet man bis zum letzten Liga-Spiel am 25. Mai mit einer Entscheidung. Alonso selbst schweigt, lächelt nur: „Ich spiele Fußball, nicht Roulette.“ Doch die Kugel rollt bereits – und der Celta hat nur noch wenige Umdrehungen Zeit, um sie auf seiner Zahl landen zu lassen.
