Carstens zittert mit leipzig: punkt gegen eisenach rettet nichts

Frank Carstens stand mit verschränkten Armen an der Linie, als im Quengelmodus die letzten Sekunden herunterliefen. 29:29 – ein Remis, das nach Niederlage schmeckt. Der SC DHfK Leipzig verspielte auch gegen den ThSV Eisenach eine sicher geglaubte Führung und bleibt im Todeskampf der Handball-Bundesliga stecken.

Semper verlängert – und schießt sich warm

Die Nachricht vor dem Spiel hatte noch Hoffnung gemacht: Franz Semper, Nationalmannschaftslinkshänder und Tor-Garant, unterschrieb ligaunabhängig bis 2028. Dann erzielte er in der ersten Halbzeit sechs seiner insgesamt acht Treffer und schraubte den Vorsprung auf 13:9 (19.). Die Arena quoll über, 6.000 Zuschauer glaubten an den zweiten Heimsieg der Saison – doch das sollte sich rächen.

Moritz Ende schaffte den Anschluss, Max Beneke traf nur die Latte, und Tomas Mrkva ging ohne einmal Parieren in die Kabine. Domenico Ebner übernahm, parierte acht Würfe, brachte 35 Prozent Fangquote mit – und hatte trotzdem nichts zu feiern.

3:0-Lauf der gäste beendet leipzigs kontrolle

3:0-Lauf der gäste beendet leipzigs kontrolle

Zehn Minuten vor Schluss war alles offen: Eisenach drehte auf, Leipzig zog den Kopf ein. Zwei Ballverluste in Unterzahl, ein verpatzter letzter Angriff. Trainer Carstens formulierte es nach dem Abpfiff nüchtern: „Abgerechnet wird am Schluss.“ Der ThSV feierte den ersten Auswärtspunkt seit Wochen, Peter Walz sprach von „übelster Moral“, die sein Team ausgraben musste.

Die Tabelle lügt nicht: Leipzig bleibt Vorletzter, zwei Punkte trennen die Sachsen vom rettenden Ufer. Am Ostersonntag warten die Füchse Berlin, Eisenach muss beim THW Kiel antreten. Für Carstens beginnt jetzt die Woche der Wahrheit – und sie endet mit der Erkenntnis, dass ein einzelner Punkt gegen Eisenach die Abstiegszone nur verzögert, nicht verhindert.