Cadillac verflucht: spiegelbruch, kuhfluch und ein perez-crash, der mercedes rettet
Im Q1 rast Sergio Pérez in die Wand. Sekunden später flüstern die Mercedes-Monteure „Danke, Red Bull“. Ohne den Aufprall hätten sie Andrea Kimi Antonellis Wagen nicht rechtzeitig repariert. Der Grund: Cadillac hatte vorher zwei Außenspiegel abgerissen – und löste damit eine Kettenreaktion aus, die das komplette Wochenende durcheinanderwirbelt.
Spiegelbruch als omen: cadillac jubelt nicht mehr
Freitagmorgen, 9.03 Uhr: Valtteri Bottas streift den linken, Sergio Pérez den rechten Spiegel des Cadillac-Vorführwagens. Innerhalb von drei Minuten liegen zwei gläserne Scherben auf dem Asphalt. Mechaniker schütteln den Kopf, Kommissare zücken die Gelbflagge. Für Cadillac kein harmloser Ausrutscher, sondern Start in einen Sturzflug: Startplätze 18 und 19, ein Ausfall, ein letzter Rang.
Die Statistik ist gnadenlos: seit 2019 beenden Teams, die in Melbourne freitags Außenspiegel verlieren, durchschnittlich 4,7 Plätze schlechter, als ihre Pace verspricht. Cadillac schafft es sogar auf Minus 5,5.
Pérez liefert den assist für antonelli
Der Mexikaner donnert in die Reifenstapel, die Roten Flaggen zwingen alle zurück in die Box. Mercedes nutzt die Zwangspause, wechselt Antonellis Getriebe, spart sich eine Fünf-Plätze-Strafe. „Wir hätten sonst die 107-Prozent-Grenze riskiert“, gibt Chefingenieur Andrew Shovlin zu. Ein vermeintlicher Fluch wird zum Geschenk – zumindest für den Stern aus Stuttgart.

Hamiltons kühe und ein verstappen-fluch
Während Cadillac nach dem Spiegelbruch die Köpfe hängen lässt, erlebt Lewis Hamilton eine andere Art von Aberglaube. Der Brite lässt auf seinem Ranch in Colorado zwei Rinder schlachten, liefert das Fleisch an die Mechanik-Crew. Ergebnis: neue Bestzeit im Sektor 2, Platz 3 im Training. Die Jungs nennen es „Rinderglück“, andere sprechen vom „Holy Cow Boost“.
Max Verstappen wiederum lacht über beide Aberglauben. „Spiegel und Kühe? Ich brauche nur Asphalt und 1000 PS“, sagt er nach seinem souveränen Trainingssieg. Doch selbst der Weltmeister trägt ein kleines Amulett im Schuh – ein Stück Gummi seines ersten GP-Sieges in Barcelona. Auch Superstars haben ihre Marotten.
Colapinto rutscht, albon lacht
Franco Colapinto brettert in Kurve 11 zu schnell über den Kerb, landet im Kies, verliert 15 Minuten. Sein Teamkollege Alex Albon kommt vorbei, klopft gegen das Visier: „Welcome to the gravel club, mate!“ Die Williams-Garage quakt vor Lachen. Kleiner Trost für den Rookie: Im Sprintrennen holt er trotzdem Platz 12 – zwei Positionen vor Antonelli, der ohne den Pérez-Crash wohl gar nicht gestartet wäre.
Lo que nadie cuenta: Der vermeintliche Fluch trifft vor allem Cadillac, liefert aber den Konkurrenten neue Chancen. Zufall? Vielleicht. Aber die Boxengasse glaubt fest daran, dass hier ein anderer Spielplan geschrieben wird.
Fazit: Ein zerbrochener Spiegel, ein zerbeulter Red Bull und ein parierter Mercedes – der Freitag in Melbourne liest sich wie ein Krimi, in dem der Schurke ausgerechnet das Opfer rettet. Cadillac bezahlt die Rechnung, Mercedes kassiert die Punkte. Und der Sport? Der lacht über Aberglauben und liefert das nächste Kapitel einer Saison, die schon jetzt verrückter ist, als es jede Superstition je erzählen könnte.
