Bremer jagt frankfurt-fluch: köln will historischen sieg nach 14 pleiten

Pauline Bremer spuckt keine leeren Phrasen aus. „Es ist auf jeden Fall Zeit“, sagt sie knapp, als wolle sie die 14 Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt mit diesem einen Satz auslöschen. Am Samstag (17.55 Uhr, live im Ersten) könnte der 1. FC Köln endlich den ersten Sieg im 15. Duell mit der SGE einfahren – und niemand im Kölner Lager glaubt fester daran als die 29-Jährige, die selbst schon zweimal die Champions League gewann.

Die zahl, die alles sagt: 15 spiele, 14 pleiten

Die Bilanz ist brutal, aber Bremer findt das Argument „Historie“ langweilig. Sie erinnert lieber an das Hinspiel: 1:0 bis zur 92. Minute, dann schlug Nicole Anyomi um. „Wir haben sie gejagt, wir hatten sie am Haken“, sagt Bremer. Genau diese 60 Sekunden will sie sich am Samstag zurückholen. Dass Frankfurt am Donnerstag in Schweden (Rückspiel BK Häcken) noch einmal 90 Minuten im Bein hat, rechnet sie sich demonstrativ vor: „Englische Woche. Vielleicht knackt was.“

Trainerin Britta Carlson schickt ihre Mannschaft mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das sich von der Abstiegszone (2024/25: nur drei Siege) ins gesicherte Mittelfeld katapultiert hat. Acht Erfolge, Platz acht – das ist schon jetzt die beste Saisonleistung seit Jahren. „Wir können sehr stolz sein“, sagt Bremer, „aber stolz sein und zufrieden sind zwei Paar Schuhe.“

Bremer selbst: comeback nach knochen, kreuzband und england-fall

Bremer selbst: comeback nach knochen, kreuzband und england-fall

Ihre persönliche Bilanz liest sich wie ein medizinisches Kompendium: Beinbruch 2017, Kreuzbandriss 2020, dazwischen immer wieder kleine Pannen. Die 21 Länderspiele wirken wie aus einer anderen Zeit. Doch statt Rückschau übt sie Selbstkritik: „Ich bin nicht konstant genug.“ 16 Liga-Einsätze, fünf Tore – für einen Top-Transfer aus Brighton okay, für ihren eigenen Anspruch noch Luft nach oben. „Ich will mit dem Team noch verschmelzen, nicht nur mitspielen.“

Gegen Frankfurt wird sie wohl wieder neben Sandra Maria Jessen (12 Tore) starten. Jessen schießt, Bremer bereitet zu – das Kölner Duo will die Frankfurter Abwehr erneut in Zwiespalt bringen. Die SGE kassierte am Donnerstag in der Europa League drei Gegentore gegen Häcken, ihre Zweikampfquote stieg in der zweiten Hälfte um 18 Prozent nach unten. Ein Detail, das Bremer auswendig kennt.

Die Kölner Fans haben ihre eigene Rechnung aufgemacht: Bei fünf verbleibenden Spielen braucht Köln noch sechs Punkte, um den vorzeitigen Klassenerhalt zu besiegeln. Ein Sieg gegen Frankfurt würde fast die halbe Miete decken. Die Süd-Tribüne wird wieder „Hennes-Rufe“ anstimmen, diesmal mit weiblichem Akzent.

Am Ende des Interviews faltet Bremer die Arme. „Wir können entweder weiter von der Historie erzählen oder endlich neue schreiben.“ Sie macht keine Pause, bevor sie hinzufügt: „Ich bin bereit, die Feder selbst zu führen.“