Bremen dreht 180°: public-viewing kommt doch – hillmannplatz wird zur wm-arena
Bremen lügt seine eigenen Pläne an. Erst keine Großbildleinwand, jetzt 1.500 Fans auf dem Hillmannplatz. Die Entscheidung fiel so spät, dass selbst der Veranstalter Bilal Catruat noch nach Worten ringt: „Wir haben die Kurve gekriegt, aber nur mit Handbremse.“
Keine absicherung, nur reine leidenschaft
Die 10 × 5-Meter-Leinwand steht, Lizenzgebühren an die FIFA sind bezahlt, Sponsoren sprangen in letzter Minute ein. Klingt nach klassischer Rettungsaktion – ist es auch. Catruat rechnet nicht mit Gewinn, sondern mit Break-Even. Dafür gibt es internationale Essensstände, kostenlose Miete inklusive. „Wir wollen kein Deutschland-Only-Fest, sondern einen kunterbunten Basar. Die WM ist ohnehin schon die größte Werbetafel für Vielfalt“, sagt der Groove-Inhaber.
Die Sicherheitslage bleibt dennoch ein offener Punkt. Kein Zaun, kein Eintrittsgeld – nur Awareness-Teams und Ordner im T-Shirt. Die Stadt sicherte spontan zu, die Polizeipräsenz flexibel anzupassen. Wie flexibel? Das steht auf einem Zettel, der erst am Montagabend unterschrieben wurde.

Erster knaller: deutschland gegen curaçao am sonntag, 19 uhr
Ab dem 14. Juni rollt fast täglich der Ball auf dem Hillmannplatz, doch der Sonntag wird zum Stress-Test. Die DFB-Elf trifft auf Curaçao – ein Match, das zugleich Eröffnung und Entscheidung ist. Kommen 1.500 Fans tatsächlich, wird die Fläche vor dem Theater am Goetheplatz zur Fußgängerfalle. Kommen weniger, wirkt die Aktion wie ein verregneter Volksfesttag.
Die Organisatoren haben dennoch eine Versicherung: „Wenn wir die Kosten decken, machen wir 2027 wieder. Wenn nicht, war’s ein einmaliges Sommermärchen light.“
Die Uhr tickt. Die Leinwand steht. Und Bremen? Bremen fiebert erneut mit, ob es will oder nicht.
