Brasilianischer tennis-star bittet fans um ruhe: „es ist kein fußballspiel!
Rom – Joao Fonseca, der Shootingstar des brasilianischen Tennis, hat nach seiner überraschenden Niederlage in der zweiten Runde des Masters in Rom einen ungewöhnlichen Appell an seine Anhänger gerichtet. Die frenetische Unterstützung, die er genoss, soll ihn und seinen Gegner unweigerlich beeinträchtigt haben.
Die emotionen eskalieren: zwischenrufe stören den spielverlauf
Die Leidenschaft südamerikanischer Fans für ihre Tennisspieler ist legendär. Besonders in Argentinien, wo Juan Martin del Potro einst eine ähnliche Welle der Begeisterung auslöste, ist dies bekannt. Doch auch in Brasilien hat sich mit Joao Fonseca ein neuer Held gefunden. Die Unterstützung war enorm, doch sie schlug gegen Fonseca selbst zurück. Beim 6:3, 3:6, 6:7 (1:7) gegen Hamad Medjedovic wurden die Rufe aus der Menge so laut und zahlreich, dass der junge Brasilianer sie als störend empfand.
„Ich will nicht sagen, dass das der Grund für die Niederlage war, aber das Publikum spielt wirklich eine große Rolle“, erklärte Fonseca gegenüber „ESPN Brasilien“. „Brasilianische Fans denken manchmal, es sei ein Fußballspiel.“ Er schätze ihre Unterstützung, betonte er, „aber es muss ein gewisses Maß geben.“
Medjedovic's Reaktion: Eine deutliche Geste Der serbische Gegner Hamad Medjedovic (Nummer 67 der Welt) reagierte auf die Störung mit einer eindeutigen Geste: Er machte eine schlafende Bewegung in Richtung der Zuschauer, ein klares Zeichen der Frustration über den Lärm.
Auch Fonseca selbst zeigte sich sichtlich beeinträchtigt. „Es stört nicht nur den Spieler, es stört auch mich. Es ist also nur eine Bitte“, so der 19-Jährige. Er betonte, wie sehr er es genieße, vor Publikum zu spielen, wenn die Leute ihn anfeuern – solange es in einem angemessenen Rahmen geschieht.

Zverev im fokus: vorbereitung auf die french open alles andere als ideal
Während Fonseca sich mit der Unterstützung seiner Fans auseinandersetzt, blickt Alexander Zverev auf das Masters in Rom mit einer klaren Ansage an die Konkurrenz. Doch auch für den Deutschen läuft es nicht optimal. Sein überraschend frühes Aus in Rom wirft Fragen nach seiner Vorbereitung auf die French Open (Start am 24. Mai) auf. Bislang stellt das Viertelfinale von Monte Carlo sein bestes Resultat in der Sandplatzsaison dar, in dem er gegen Fonseca selbst unterlegen war.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Fonseca seine Form stabilisieren und die Balance zwischen leidenschaftlicher Unterstützung und konzentriertem Spiel finden kann. Die Fans in Hamburg haben in Kürze die Möglichkeit, ihn bei einem weiteren Turnier zu erleben und zu sehen, ob er die Lektion aus Rom verinnerlicht hat.
Die Episode in Rom verdeutlicht ein wachsendes Problem im Tennis: Die zunehmende Vermischung von Fußball- und Tenniskultur führt zu einer Eskalation der Emotionen, die letztlich weder den Spielern noch dem Sport selbst zugutekommt. Es bleibt zu hoffen, dass Fonseca und andere Spieler in Zukunft in der Lage sind, ihre Fans auf eine Art und Weise zu lenken, die die Faszination des Sports erhält, ohne ihn zu beeinträchtigen.
