Serie a: 38 gelbe, 4 rote – das disziplinar-chaos geht in die 37. runde
Die 36. Spieltag ist erst ein paar Stunden alt, doch das Protokoll liest sich schon wie ein Kriminalroman: 38 Gelbe Karten, vier Rote, zwei Trainer verwarnt – und all das in nur zehn Partien. Wer jetzt noch glaubt, die Meisterschaft sei gelaufen, unterschätzt die Kraft des Zufalls und die Schwäche der Nerven.
Bologna schockt napoli – und die disziplin bleibt auf der strecke
Im Maradona siegte die Thiago-Motta-Armee mit 2:0, doch der Sieg hatte einen bitteren Beigeschmack: gleich vier Rossoblù (Helland, Joao Mario, Bernardeschi, Lucumì) schauten Gelb, zwei weitere Kicker der Partie folgten. Die Bilanz: Atalanta, Milan und Torino führen mit je vier Verwarnungen die Negativstatistik an, während Cremonese gegen Pisa gleich zwei Feldverweise kassierte – Loyola mit Rot direkt, Bozhinov per Doppelgelb.
Besonders bitter für Alessio Romagnoli: Der Lazio-Kapitän flog nach einem Grätschen gegen Inter in der 82. Minute vom Platz und verpasst damit den letzten Heimauftritt gegen Sassuolo. „Ein unnötiger Kolossalfehler“, sagte Sky-Experte Lehmann trocken. „So verschenkst du Europa.“

Die große namensliste: wer droht zu fehlen?
Neben Romagnoli müssen auch Britschgi (Parma) und Loyola (Pisa) zuschauen – alle drei sind gesperrt. Auf der gelben Warnstufe patschen dagegen Stars wie Leao, Rabiot, Pellegrini und Mkhitaryan. Ein weiterer Karton am Wochenende und der erste Playoff-Hinspiel-Platz rückt in weite Ferne.
Trainerseits ernteten Sammarco (Como) und Fabregas (Verona) Gelb – letzterer direkt an der Seitenlinie, wo er sich über eine Abseitsentscheidung eruptionsartig beschwerte. „Ich bin noch Spieler, keine Pappfigur“, schimpfte der ehemalige Arsenal-Star nach Abpfiff.
Die Zahren sprechen eine klare Sprache: In den letzten fünf Spieltagen stieg die Kartenrate um 27 Prozent. Der Ligaverband prüft nun, ob das Stresslevel der Finalphase neue Regelungen nötig macht – ein Sprecher ließ durchblicken, man wolle „die emotionale Grenze nicht ausschalten, aber die Sicherheit nicht vernachlässigen“.
Für Fantasy-Manager heißt es jetzt: Checken, rotieren, umdisponieren. Wer auf Romagnoli oder Loyola setzte, kann die Playoffs abschreiben. Die Saison ist nicht mehr ein Marathon, sondern ein Slalom zwischen Gelb und Rot – und die nächste Kurve kommt bereits am Sonntag.
