Luis enrique zündet vor spitzenspiel gegen lens den turbo: „beide sind ligue-1-finale“
Paris – Noch sechs Punkte, dann ist die Meisterschaft entschieden. Doch Luis Enrique will vor dem Duell bei RC Lens nichts dem Zufall überlassen. „Wir treffen auf den besten Gegner, den es derzeit in Frankreich gibt“, sagte der PSG-Coach am Freitag im Camp des Loges. Die Worte klangen wie eine Kampfansage – und wie eine Selbstverpflichtung.
Warum der trainer die football-gala ausschlug
Statt sich über Preise freuen, schaute der Asturier Videoanalysen von Arsenal. „Ich bin nie bei Gala-Abenden, das wissen meine Spieler“, erklärte er mit einem Schulterzucken, das so bissig war wie seine Gegenpressing-Anweisungen. „Pierre Sage hat den Trainerpokal verdient, aber ich habe gearbeitet.“ Der Verzicht auf den gläsernen Pokal war Programm: Champions-League-Halbfinalrückspiel steht an, die Liga darf nicht nachlassen.
Die Zahlen sprechen für ihn: PSG erzielte in den letzten sieben Pflichtspielen 23 Tore, kassierte nur drei. Lens kam in diesem Zeitraum auf 19 Punkte – nur einen weniger als der Tabellenführer. „Wir treffen auf einen Klub, der Finale der Coupe de France spielt, wir das der Champions League. Gleiche Belastung, gleiche Druckkulisse“, sagte Enrique. Das klingt nach Gleichstand, doch der Coach weiß: Paris hat die tiefere Bank.

Fabián ist zurück – und enrique schwärmt
Nach fast drei Monaten Verletzungspause kehrt Fabián Ruiz in die Startelf zurück. „Er täuscht mit seinem Lächeln, ist aber ein Rabiater auf dem Platz“, schmunzelte der Spanier. „Technik, Physis, Raumführung – er bietet alles, was ich von einem modernen Achtner verlange.“ Die letzten 172 Minuten verteilte der Mittelfeldstratege 96 Pässe bei 93-prozentiger Genauigkeit. „Wir müssen ihn dosieren, aber endlich haben wir wieder alle Räder an Bord“, so Enrique.
Die Personaldecke wird eng: Marquinhos trainierte individuell, Lucas Hernandez laboriert an der Hüfte. Doch der Coach pokert nicht. „Ich bin stolz – vor allem nach Niederlagen“, betonte er. „Dann schaue ich in den Spiegel und frage: Was kann ich besser machen?“ Diese Selbstreflexion hat Paris in die Spitze getragen. Am Sonntag um 20:45 Uhr in Bollaert-Delelis wird sich zeigen, ob sie reicht, die Lücke auf neun Punkte zu erhöhen.
Die Fans von Lens wittern die Sensation. Die von PSG wittern die Vorentscheidung. Luis Enrique jedenfalls hat schon gewonnen – zumindest an Schlaf. „Ich habe Arsenal durchgesehen, statt Anzug und Fliege zu tragen.“ Punkt. Keine Party. Nur Fußball. Und der ist in dieser Saison so scharf wie selten.
