Italienische fußballwelt erschüttert: ermittlungen gegen top-funktionäre drohen!
Mailand – Die italienische Fußballszene steht am Rande eines Bebens. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall manipulierte Schiedsrichterwürdigungen intensiviert und könnte bald eine entscheidende Wende bringen. Ein Treffen zwischen Staatsanwalt Maurizio Ascione und dem leitenden Staatsanwalt Marcello Viola könnte bereits am heutigen Nachmittag stattfinden, um den aktuellen Stand der Untersuchung zu besprechen und mögliche nächste Schritte festzulegen.

Die ermittlungen: ein kritischer punkt
Die Untersuchung, die sich um die Rolle von Schiedsrichtern und deren Einflussnahme dreht, befindet sich an einem Scheideweg. Es gilt abzuwarten, ob die Ermittlungen zu konkreten Ergebnissen führen oder sich abschwächen. In den vergangenen Monaten wurden bereits dutzende Schiedsrichter und Linienrichter befragt. Nun liegt der Fokus auf Personen außerhalb des Schiedsrichterkreises, darunter ehemalige und aktuelle Funktionäre.
Zu den bereits Verhörten zählen Riccardo Pinzani, ehemaliger Verantwortlicher für die Beziehungen zwischen der Aia und den Vereinen, Andrea Butti von der Lega Serie A, Giorgio Schenone (Schiedsrichterbeauftragter der Inter), Dino Tommasi (Schiedsrichteranweiser) und Antonio Zappi (ehemaliger Aia-Präsident). Auch Giancarlo Viglione, Verantwortlicher für das Rechtsbüro der Figc, sowie Ivan Zazzaroni, Chefredakteur des Corriere dello Sport, wurden bereits zu Protokoll aufgefordert. Bisher sind keine entscheidenden Elemente ans Licht gekommen.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Vorwürfen gegen Gianluca Rocchi, der angeblich Schiedsrichter ausgewählt haben soll, die den Interessen der Inter Milan genehm waren. Konkret geraten die Einsätze von Andrea Colombo in Bologna-Inter und Daniele Doveri in Inter-Mailand (Halbfinale Coppa Italia) in den Fokus, beide Spiele gingen die Nerazzurri verloren.
Im Gegensatz zu den Skandalen von Calciopoli vor zwei Jahrzehnten, gibt es keine direkten Drohungen oder Erpressungen in den Abhörprotokollen. Dennoch wird die Situation ernst genommen. Die Frage, ob es Beweise für Druckausübung seitens der Inter auf die Schiedsrichter gibt, steht im Raum.
In den nächsten 48 Stunden sind keine weiteren Verhöre geplant. Die Staatsanwaltschaft wird sich zunächst den bereits gesammelten Informationen widmen. Ob die Verhöre am Freitag wieder aufgenommen werden, ist noch unklar. Neben den Schiedsrichterentscheidungen wird auch die Verwaltung des VAR-Raums unter die Lupe genommen. Rocchi und Gervasoni stehen im Verdacht, zwei VAR-Entscheidungen in den Spielen Udinese-Parma und Salernitana-Modena beeinflusst zu haben – die sogenannten „Klopfzeichen“.
Staatsanwalt Ascione hat eine Fristverlängerung bis November erhalten, strebt aber an, die Ermittlungen bis Ende Juni oder Anfang Juli abzuschließen, bevor er eine neue Position in Rom antritt. Anschließend werden die Akten an die Sportgerichtsbarkeit übergeben.
