Borg, sharapova, sinner – das u14-turnier, das die stars erschafft
Morgen startet in Mailand die 59. Ausgabe des Torneo Avvenire. Wer hier triumphiert, fliegt später bei Roland Garros. Eine simple Regel, die seit Björn Borg gilt – und in diesem Jahr 23 Nationen anlockt.
Die super-category kommt zu den navigli
Seit 2022 trägt das Turnier das Label „Super Category Under 14“. Nur drei europäische Sandplatz-Events erhalten diese Güteklasse. Neben dem Maia in Portugal und dem Düren in Deutschland ist Mailand das letzte Schlüsselloch für Talente. Elf Felder, allesamt rote Asche, werden auf dem Gelände des Tennis Club Ambrosiano aufgebaut. An Tag eins stehen die Qualis an. Dann geht es Schlag auf Schlag: Am Dienstag rollen knapp 100 Bälle gleichzeitig.
Die Nummer eins der Tennis Europe Junior Tour heißt in diesem Jahr Martin Adamca. Der Slowake jagt dem Ruf von Rafael Pagonis nach, der 2023 hier das Double krönte. Bei den Mädchen trägt die Favoritenrolle die Rumänin Eva Maria Bulai. Zuletzt sorgte Elizaveta Anikina für Furore – mit vierzehn Jahren bereits Top 100 der U18.

Wenn tennis barrieren sprengt
Mittwoch, der 4. Juni, wird zum offenen Tag. Rollstuhl- und Blind-Tennis stehen auf dem Programm. Keine Show, sondern echte Matches. Kinder, die gestern noch nur die Profis bewundert haben, schwingen selbst den Schläger – und erfahren, dass Sport kein Luxuskapitel bleibt.
Die Übertragung folgt dem Tempo des Feldes. Ab dem ersten Hauptrundenduell zeigt die Plattform von Tennis Europe alle Partien vom Center Court. Die Facebook-Seite des Ambrosiano und der Streaming-Kanal SportWatchers liefern zusätzliche Winkel. Die Finaltage am 5. und 6. Juni laufen live auf SupertenniX.
Tommaso D’Onofrio, Turnierdirektor und Nachfolger des verstorbenen Massimo Morelli, hat das Format mutig umgestellt. „Wir sind die kleinsten der Großen und die größten der Kleinen“, sagt er. Die Zahlen untermauern den Stolz: 140 Teilnehmer, 23 Länder, ein Kalenderfenster, das direkt vor den French Open liegt. Wer hier überlebt, dem bebt der Court in Paris nicht mehr.
Das Tor zur Zukunft steht offen – und schließt sich für die, die zu spät kommen.
