Kimmich: wm-traum lebt – ohne finale-fokus!

Herzoginenaurach – Joshua Kimmich, Kapitän der Nationalmannschaft, hat vor dem bevorstehenden WM-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) eine klare Ansage gemacht: Der Blick richtet sich nicht auf das Finale, sondern auf die Art und Weise, wie gespielt wird. Der DFB-Kapitän betont, dass das Turnier eine neue Chance darstellt und die Vergangenheit hinter sich gelassen werden muss.

Die euro als kompass: mehr als nur das ergebnis

Die Erinnerung an die Heim-EM vor zwei Jahren mag schmerzhaft sein, doch Kimmich sieht darin einen wichtigen Lernschritt. „Die EURO war gefühlt ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben nicht den Titel gewonnen, trotzdem wurde es als Erfolg gewertet“, erklärte er. Das Ausscheiden im Viertelfinale gegen Spanien mag unglücklich gewesen sein, doch die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist, wurde von den Fans positiv wahrgenommen. Diese positive Wahrnehmung soll nun auch beim XXL-Turnier in Nordamerika fortgesetzt werden.

„Du kannst den Turniererfolg nicht immer zu einhundert Prozent beeinflussen. Wenn die Art und Weise stimmt, ist die Wahrscheinlichkeit aber hoch, erfolgreich zu sein“, betonte Kimmich, der das letzte Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0) als „Maßstab“ bezeichnete. Es gehe darum, diese Leistung in jedem Spiel abzurufen.

Vermeidung von arroganz: respekt vor jedem gegner

Vermeidung von arroganz: respekt vor jedem gegner

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Kimmich hervorhob, ist die Vermeidung von Arroganz. „Wir sollten nicht über das Finale oder den Titel nachdenken. Das ist ein Traum, den jeder im Kopf hat. Das bringt uns am Anfang des Turniers aber nicht vorwärts. Wir sollten über die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, nachdenken.“ Die deutsche Mannschaft muss jeden Gegner ernst nehmen und mit der richtigen Einstellung in das Turnier gehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Unterschätzungen teuer erkaufen werden können – Kimmich scheint das deutlich verinnerlicht zu haben.

Die kommenden Länderspiele gegen Finnland (Sonntag, 20.45 Uhr/ZDF) und die USA (6. Juni in Chicago) bieten die ideale Plattform, um Selbstvertrauen aufzubauen und Automatismen zu verfeinern. Nach sieben gewonnenen Spielen in Serie will die Mannschaft diese Erfolgsserie fortsetzen und das Momentum nutzen. Das Ziel ist klar: Durch Siege das Selbstvertrauen steigern und sich optimal auf die WM vorbereiten.

Die beiden Weltmeisterschaften, die Kimmich bereits erlebt hat, sind für ihn kein Grund zur Besorgnis, sondern vielmehr Ansporn. „Ums Ausmerzen geht es überhaupt nicht. Das hat mit diesem Turnier nichts zu tun. Das ist eine neue Chance, eine neue Möglichkeit. Das ist ein neues Turnier mit neuen Voraussetzungen“, so der Münchner. Es gilt, die Vergangenheit zu vergessen und sich voll und ganz auf die neue Herausforderung zu konzentrieren.

Die deutsche Mannschaft hat sich dem Wettbewerb mit neuer Entschlossenheit gestellt. Mit Kimmich an der Spitze, wird der Fokus auf eine starke Leistung und eine klare Spielweise gelegt. Die WM-Ambitionen sind ungebrochen, doch der Weg zum Titel führt über harte Arbeit und Demut.