Fck-bilanz: mehr als platz sechs fehlt?

Kaiserslautern – Thomas Hengen, der Sportvorstand des 1. FC Kaiserslautern, hat im SWR Sport Podcast „Nur der FCK“ eine ehrliche Bilanz zur abgelaufenen Saison gezogen. Das Ziel, Platz sieben zu übertreffen, wurde zwar erreicht, doch das Gefühl, dass mehr drin war, bleibt. Eine nüchterne Analyse, die zeigt: Der Weg zurück in die Bundesliga ist noch lang und steinig.

Die grundlagen sind gelegt, aber.

Hengen betonte, dass der FCK eine „definitive Stabilisierung“ erfahren habe und ein „gutes Fundament“ gelegt wurde. Nach schwierigen Jahren mit Platz neun, dreizehn und sieben ist Platz sechs ein Schritt nach vorne. Doch die Erwartungen waren höher gewesen, das weiß auch der Geschäftsführer selbst. „Natürlich. Tausend Prozent, das wollen wir alle“, räumte er ein, verstand die Enttäuschung der Fans.

Es ist eine Wahrheit, die viele im Betzenbergstadion spüren: Es fehlt etwas, um wirklich oben anzugreifen. Hengen und sein Team müssen jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und die Weichen für die nächste Saison stellen.

Standards müssen besser werden – dringend

Standards müssen besser werden – dringend

Ein Kernproblem, das immer wieder auftauchte, waren die Standardsituationen. „Unsere offensive Standardausbeute ist viel zu dünn“, kritisierte Hengen. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn in der heutigen Fußballwelt entscheiden oft Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Auch die Defensive ließ zu viele Gegentore zu – eine Situation, die Hengen so schnell nicht wieder erleben möchte.

Die Suche nach der Balance: Der FCK muss im Umschaltspiel weiterhin gefährlich sein, aber gleichzeitig mehr Ballbesitzfußball entwickeln und kreativere Lösungen finden, wenn der Gegner sich hinten reinstellt. Gerade auf dem Betzenberg muss das in der neuen Saison besser funktionieren.

Personalrochade im sommer?

Personalrochade im sommer?

Die Kaderplanung ist in vollem Gange. Hengen identifizierte zwei Schlüsselbereiche: die Innenverteidigung und der Angriff. Rückkehrer wie Jan Elvedi und Jannis Heuer stehen zwar vor der Tür, doch bei Elvedi ist „alles offen“. Der FCK muss abwägen, ob er ihn fest verpflichten kann oder ob er sich nach anderen Optionen umsehen muss.

Auch die Situation um Ivan Prtajin, der nach seiner schweren Achillessehnenverletzung vorsichtig ins Training zurückkehrt, muss genau beobachtet werden. Hengen plant, ihn erst einmal für die Rückrunde einzuplanen. Ob ein neuer Stürmer nötig ist, hängt von Prtajins Entwicklung und den anderen Optionen im Angriff ab.

Ein Name, der in den letzten Wochen immer wieder genannt wurde, ist Dominique Heintz. Doch Hengen machte deutlich, dass eine Rückkehr des Ex-FCK-Spielers ausgeschlossen ist, da der Fokus auf der Senkung des Durchschnittsalters liegt.

Und was ist mit Dickson Abiama? Obwohl er in Essen überzeugte, wird er wohl keine Zukunft beim FCK haben. „Die Perspektive ist da vielleicht auch nicht ganz so rosig“, so Hengen.

Die Zukunft des FCK ist ungewiss, aber eines ist klar: Thomas Hengen und sein Team werden alles daransetzen, die Mannschaft weiterzuentwickeln und die Fans in der nächsten Saison wieder mitzureisen. Denn am Ende zählt nur der FCK – und der Anspruch, immer besser zu werden.