Boga trifft alle 66 minuten – juves transfer-coup wird zur goldgrube

Jeremie Boga lässt die Kassen klingeln und die Gegner verzweifeln. Seit seinem Wechsel zu Juventus hat der Ivorer jeden Zweifler verstummen lassen – und das mit einer Quote, die selbst die Buchmacher blass werden lässt: ein Tor alle 66 Minuten.

Spalletti packt aus: „wir haben gezweifelt“

Luciano Spalletti gibt es offen zu. Im Interview nach dem 3:1 in Udine räumte der Juve-Trainer ein, dass er selbst im Januar noch am Tisch saß und die Daumen drückte. „Wir haben gefragt: Kann ein Spieler, der in Nizza allein trainiert hat, uns wirkunglich helfen?“ Die Antwort lieferte Boga auf dem Platz. Sein drittes Tor im dritten Spiel, diesmal als falsche Neun, war gleichzeitig die Visitenkarte für einen neuen Stammplatz.

Die Zahlen sind brutaler Kommentar. Openda kostete 45 Millionen und brauchte 14 Partien für sein erstes Saisontor. Boga? 197 Minuten, drei Treffer – und das für läppische 5 Millionen Ablöse im Sommer. Dass er dabei auch noch Conceiçaos umstrittenes Tor vorbereitete, passt ins Bild: Der 27-Jährige wirkt wie ein Kurier, der Erfolg per Express liefert.

Comolli schickte den scouting-taxi – und landete einen volltreffer

Comolli schickte den scouting-taxi – und landete einen volltreffer

Die Idee stammt aus Federico Comolli-Kreisen. Der Sportdirektor spürte Boga in den letzten 48 Stunden der Winter-Transferperiode auf, verhandelte persönlich mit Nizza und schickte eine Delegation nach Südfrankreich. Dort wartete ein Spieler, der sich selbst fit gehalten hatte – mit Hanteln im Hotelzimmer und Sololäufen am Strand. Das Kalkül: Jemand, der hungrig ist und nicht nur den Vertrag erfüllt.

Die Rechnung geht auf. Boga presst, dribbelt, schießt – und erntet Applaus aus dem Lautsprecher, der sonst nur für die eigenen Talente erklingt. Die Fans in Udine buhten ihn trotzdem aus, weil sie spürten: Der Mann ist ein Unruheherd, der Spielfreude und Schrecken verbreitet.

Juve profitiert doppelt. Erstens: Die Punkte kommen, der Champions-League-Platz rückt näher. Zweitens: Der Marktwert des Flügelflitzers explodiert. Sollte der Klub im Juli die Kaufoption ziehen, besitzt sie einen Spieler, der aktuell zwischen 25 und 30 Millionen Euro wert ist – und das für einen Fünftel des Betrags.

Spalletti klang nach dem Schlusspfiff wie ein Mann, der im Lotto gewonnen hat und noch nicht glaubt, dass der Schein echt ist. „Er bringt diesen Biss, den wir brauchen. Und er trifft, bevor die Abwehr überhaupt registriert, dass er schon da ist.“ Die Uhr tickt – alle 66 Minuten. Die Gegner haben den Countdown bereits verinnerlicht.