Blutgrätsche statt königsklasse: real madrid verspielt den titel gegen getafe

0:1 gegen Getafe, Platzverweis in der Nachspielzeit, vier Punkte Rückstand auf Barcelona – das Bernabéu klingt wie nach einem Schlaganfall. Die Königlichen liegen am Boden, und Martín Satriano tritt nach.

Der volley, der madrid entthronte

39. Minute, 17 Meter, halblinks. Satriano nimmt die Hereingabe direkt, sein Schlenzer rasiert knapp über dem Rasen, kracht ins Dreieck. Thibaut Courtois sieht nur noch die Nachrotation des Balles, Real sieht die Meisterschaft in weiter Ferne. Es ist das zweite Mal in acht Tagen, dass Arbeloas Team eine Führung verspielt – diesmal ohne den verletzten Kylian Mbappé, diesmal gegen den Nachbarschaftsklub, den man sonst im Schlaf besiegt.

Die Statistik ist gnadenlos: zwei Niederlagen in Serie, erst sieben Tore in den letzten fünf Liga-Spielen, null Tore aus dem Spiel heraus seit 225 Minuten. Die alte DNA des Sturmritters wirkt wie ausgewaschen. Vinícius und Güler scheitern aus besten Positionen, Rodrygo trifft die Latte, Rüdiger setzt den Kopfball neben den Pfosten – Chancenverhältnis 18:3, Ergebnis 0:1. Fußball spielt keine Moral, er spielt Tore.

Mbappés knie wird zur metapher

Mbappés knie wird zur metapher

Der Franzose saß in Paris bei Spezialisten, während seine Kollegen im Bernabéu strauchelten. Die Diagnose: Konservative Therapie, keine Operation – klingt nach Pflaster auf einem offenen Bruch. Real bestreitet das Achtelfinale gegen Manchester City in zwei Wochen, und niemand wagt eine Prognose, ob Mbappé dann mitwirken kann. Ohne ihn wirkt das Spiel wie ein Uhrwerk ohne Hauptfeder: viel Bewegung, kein Tick.

Die rote Karte gegen Mastantuono in der fünften Minute der Nachspielzeit setzt dem Debakel die Krone auf. Ein Teenager, der nach Uruguay fliegen will, fliegt stattdessen vom Platz. Liso folgt mit Gelb-Rot, weil er die Zeit schinden will – Getafe spielt den Kampf, den Real nur noch inszeniert.

Barcelona jubelt, Madrid zittert. Vier Punkte Vorsprung für die Katalanen, acht Spieltage noch, und die Königlichen müssen jetzt jeden Gegner bezwingen – auch ihre eigene Unsicherheit. Die Saison ist nicht verloren, aber die Aura ist es. Satrianos Volley war nicht nur ein Tor, es war ein Signal: Selbst die vermeintlichen Kleinen treten zu, wenn der Titan humpelt.