Blumenthaler sv wahrt mit herzblut-sieg die traum-chance

Ömer Bulut schlägt in der 94. Minute ein, das Burgwall-Stadion explodiert – und plötzlich geht wieder alles. 3:2 gegen Germania Egestorf/Langreder rettet dem Blumenthaler SV die Regionalliga-Mission, nachdem man sich gegen den SV Todesfelde selbst in den Abgrund gestoßen hatte.

Zwei rote karten, ein rotes herz

Es war die Szene des Abends: Nach Tätlichkeiten flogen die Niedersachsen in der 42. und 66. Minute vom Platz, doch statt sich die Überzahl zunutze zu machen, schlichen sich Nervosität und schlechte Entscheidungen ins Bremer Spiel. Die Gäste stemmten sich mit zehn, dann mit neun Mann gegen das Schicksal – und kamen nach dem späten Ausgleich zum 2:2 in der 85. Minute sogar noch einmal zurück.

Trainer Jan Günther schrie sich die Stimme heiser: „Wir haben die Ruhe verloren, aber nie den Glauben.“ Ihm blieb nur, die letzten Kräfte zu bündeln und auf einen Moment der Magie zu hoffen. Der kam – und sein Name war Bulut.

Jetzt wartet das finale gegen eimsbüttel

Jetzt wartet das finale gegen eimsbüttel

Am Sonntag entscheidet sich alles. Der BSV muss gegen den Tabellenführer aus Hamburg punkten, gleichzeitig laufen Egestorf und Todesfelde ihre Partie. Die Tabellenkonstellation: Blumenthal liegt einen Punkt hinter Eimsbüttel, hat aber die bessere Tordifferenz. Ein Sieg würde den Aufstieg bedeuten – und das erste Mal seit 2002 wieder Regionalliga-Fußball in Bremen-Nord.

Präsident Peter Moussalli atmet tief durch: „Wir haben 96 Minuten gelebt, jetzt müssen wir 90 Minuten überleben.“ Die Fans haben schon die roten Schals ausgepackt, die Spieler stopfen sich die Kopfhörer mit Bremer Stadion-Hymnen ein. Die Stadt bebt – und keiner will morgen schon wieder vom Traum aufwachen.

Die Uhr tickt. Die Ränge werden am Sonntag kochen. Und wenn die Sirene ertönt, steht Bremen entweder vor dem größten Coup seiner Amateurliga-Geschichte – oder vor einem Winter, der bitter kalt wird.