Bietigheim feuert dück vor halbfinale – strafbefehl wegen sexueller belästigung
Mitten im Playoff-Fieber der DEL2 schlägt der nächste Beben ein: Die Bietigheim Steelers haben Alexander Dück am Samstagabend mit sofortiger Wirkung freigestellt – nur 20 Stunden vor dem sechsten Halbfinale gegen Kassel. Hintergrund ist ein Strafbefehl des Amtsgerichts Besigheim wegen sexueller Belästigung, wie der Verein um 19.40 Uhr offiziell bestätigte.
Staatsanwaltschaft ließ strafbefehl ergehen
Die Ermittlungen laufen seit März 2025. Zwei Physiotherapeutinnen hatten Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigte den Vorwurf der sexuellen Belästigung. Nachdem das Gericht nun den Strafbefehl erließ, zogen die Steelers die Reißleine. „Ein sicheres und respektvolles Umfeld hat für uns oberste Priorität“, heißt es in der knappen Erklärung. Die Entscheidung fiel einstimmig zwischen Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschaftern.
Für Dück endet damit seine Ära nach 266 Tagen auf der Bank. Der 46-Jährige hatte den Tabellenletzten im Sommer übernommen und in die Playoffs geführt – doch sportliche Erfolge zählen jetzt nichts mehr.

Boris blank übernimmt den kader
Co-Trainer Boris Blank springt ein, führt das Team am Sonntag (17 Uhr) ins sechste Duell. Die Steelers liegen mit 2:3 gegen die Kassel Huskies zurück, ein Ausscheiden rückt nach dem internen Erdbeben noch näher. Blank kennt die Kabine, doch ob die Truppe nach dem Schock noch einmal Energie findet, steht auf einem anderen Blatt.
Der Fall dürfte auch die Liga beschäftigen. Die DEL2 hatte in den vergangenen Monaten bereits Präventionskurse verschärft, nun wird sich der Vorstand mit möglichen Konsequenzen für Dücks Trainerlizenz befassen müssen. Die Saison ist für Bietigheim längst nicht mehr nur eine sportliche Angelegenheit.
