Fc pesch zieht konsequenzen: rückzug aus der mittelrheinliga!
Schock in der Mittelrheinliga: Der FC Pesch hat überraschend den sofortigen Rückzug seiner ersten Mannschaft erklärt. Nach einer sportlich desolaten Saison und angesichts eines aussichtslosen Kampfes um den Klassenerhalt sieht der Verein keine andere Möglichkeit, um den Verein zu stabilisieren und den Fokus auf die Nachwuchsarbeit zu legen. Ein dramatischer Schritt mit weitreichenden Folgen für den Verein und die Liga.
Trainer meybodi: sportlicher abstieg unausweichlich
Trainer Ali Meybodi bestätigte die Entscheidung und begründete sie mit der bereits eingestellten Möglichkeit des sportlichen Klassenerhalts. "Sportlich war es für uns schon vor Wochen klar, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Jetzt galt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen und den Unterbau zu sichern," erklärte er. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, aber notwendig, um die langfristige Stabilität des Vereins zu gewährleisten.

Ein schachzug, um die tabelle zu schützen
Überraschend kam der Rückzug zwar, aber nicht für jeden Beobachter. Einige hatten bereits mit einem solchen Schritt gerechnet, betonten aber, dass der Verein verhindern wollte, dass bereits abgetragene Spiele annulliert und die Tabelle nachträglich verzerrt werden. "Uns war wichtig, dass wir keinen weiteren Einfluss auf den aktuellen Tabellenstand nehmen. Die bisherigen Ergebnisse bleiben gewahrt," so Meybodi.
Die ausstehenden Partien werden nun mit einem Ergebnis von 2:0 und drei Punkten für den jeweiligen Gegner gewertet. Eine bittere Pille für die Spieler und Verantwortlichen des FC Pesch, aber eine Konsequenz der außergewöhnlichen Umstände.

Personeller notstand und prioritätenwechsel
Der personelle Aderlass in den letzten Wochen hatte die Situation zusätzlich verschärft. "Letzte Woche hatten wir noch zehn Feldspieler zur Verfügung, diese Woche waren es nur neun", beschreibt Meybodi die desolate Lage. Der Trainingsbetrieb war nur noch mit Unterstützung der U 19, der zweiten Mannschaft und externen Spielern möglich.
Gleichzeitig kämpfte die zweite Mannschaft in der Kreisliga A um den eigenen Klassenerhalt. Intern wurde daher eine Prioritätenverschiebung vorgenommen. Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft wurden gezielt in die Reservetransferiert, um dort zu helfen. "Die oberste Prämisse war, die zweite Mannschaft in der Liga zu halten," verdeutlicht Meybodi.

Ein kalkulierter verlust für den nachwuchs
Hinter dieser Entscheidung steht ein strukturelles Kalkül: Im Sommer rücken 13 Spieler aus der U 19 in den Seniorenbereich auf. Ein Teil davon war für die erste Mannschaft vorgesehen, der Rest hätte über die zweite aufgebaut werden sollen. Mehrere Spieler hatten dem Verein signalisiert, im Falle eines Abstiegs der Reserve in die Kreisliga B nicht zu bleiben. "Hätten wir die zweite Mannschaft verloren, hätten wir den kompletten Unterbau verloren," so Meybodi.
Winteroffensive verpufft: der kader war nicht liga-reif
Bereits im Winter hatte sich angedeutet, dass es so weit kommen würde. Nach einer desolaten Hinrunde mit einer 1:12-Niederlage bei Eintracht Hohkeppel sollte Meybodi den Neustart moderieren. Ein Umbruch des Kaders wurde vorgenommen, doch der Impuls griff nicht. "Wir haben im Winter wirklich einige verheißungsvolle Kandidaten geholt. Aber davon haben am Ende nur zwei tatsächlich gespielt," klagt Meybodi. Verletzungen, berufliche Ausfälle und private Gründe verhinderten eine nachhaltige Verbesserung. Der Kader, der im Sommer zusammengestellt wurde, war schlichtweg nicht Mittelrheinliga-reif.
"Wenn du in der Hinrunde jede Woche auf die Fresse bekommst, läufst du das ganze Jahr mit einem Rucksack rum – und der ist verdammt schwer," fasst Meybodi die Stimmung im Team zusammen. Der Rückzug aus der Mittelrheinliga ist zwar ein herber Schlag, aber der Verein blickt nach vorne und plant bereits den Neuaufbau mit einem klaren Kurswechsel: Statt auf erfahrene Soforthilfen sollen künftig jüngere, entwicklungsfähige Spieler den Verein prägen. Das Ziel ist klar: Eine nachhaltige Basis für die Zukunft zu schaffen, auch wenn der Weg dorthin steinig sein wird.
