Diomande entscheidet derby – baumgartner scherzt über torjäger-duell

Leipzig feierte am Samstagnachmittag einen knappen, aber wichtigen 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Der entscheidende Treffer gelang Yan Diomande in der 81. Minute, ein Tor, das nicht nur drei Punkte brachte, sondern auch ein aufregendes Duell um die interne Torjägerkrone bei RB neu entfachte.

Baumgartner: "mir ist das völlig egal" – oder doch nicht?

Christoph Baumgartner, bisheriger Spitzenreiter in der internen Torjägerliste mit zwölf Treffern, musste sich am Samstag dem jungen Ivorer geschlagen geben. Diomande, der mit elf Toren dicht hinter Baumgartner lag, glich mit seinem Siegtreffer aus und bewies einmal mehr sein enormes Potenzial. Baumgartner selbst wirkte nach dem Spiel wenig betrübt, scherzte aber in der Mixed Zone: "Das ist mir wirklich völlig egal. Ich weine jetzt aber auch nicht, wenn ich ein Tor schieße." Sein Assist für Diomandes Tor unterstreicht seine generöse Spielweise und seinen Anspruch auf den ersten Platz in der Assist-Wertung.

Aber die vermeintliche Gelassenheit des Österreichers könnte Taktik sein. Denn der Kampf um die Torjägerkrone bei RB Leipzig ist mehr als nur eine statistische Spielerei. Es ist ein Zeichen der Motivation und des Ehrgeizes, das im Team spürbar ist. Ein solches Duell kann das Anspüren von Leistung fördern.

Untypisches leipzig – chancenwucher und die glanzleistung von nicolas

Untypisches leipzig – chancenwucher und die glanzleistung von nicolas

Das Spiel gegen Gladbach verlief für RB Leipzig alles andere als routiniert. Die Mannschaft, die in den letzten Wochen für ihre beeindruckende Effizienz bekannt war, tat sich schwer, die zahlreichen Torchancen zu verwerten. "Das, was uns die letzten Wochen stark gemacht hat – diese Effizienz –, hat uns heute gefehlt", bestätigte Baumgartner. Ein entscheidender Faktor war die herausragende Leistung des Gladbacher Torwarts Moritz Nicolas, der Paraden von Weltrang zeigen konnte. "Sensationeller Torwart", lobte Baumgartner den 22-Jährigen.

Kapitän David Raum sprach von "Chancenwucher", eine Einschätzung, die sich angesichts der zahlreichen hochkarätigen Gelegenheiten, die Leipzig vergab, kaum widerlegen lässt. Die Tatsache, dass erst in der 81. Minute der erlösende Treffer fiel, zeugt von einer insgesamt verkrampften Vorstellung der Hausherren.

Umbruch und reife – leipzig auf dem weg zum champions-league-platz

Umbruch und reife – leipzig auf dem weg zum champions-league-platz

Trotz des ungewöhnlichen Spielverlaufs festigte Leipzig seinen Platz in der Champions-League-Zone und kann sich nach dem enttäuschenden siebten Platz in der Vorsaison nun auf die Teilnahme am europäischen Wettbewerb freuen. Baumgartner betonte die Reife, die in der Mannschaft zu erkennen sei: "Ich habe nicht daran gezweifelt, dass wir in die Champions League kommen können." Er sah einen deutlichen Schritt nach vorne im Vergleich zum Vorjahr, trotz des relativ großen Umbruchs im Sommer. "Wenn wichtige Spieler gehen, dann müssen neue Spieler in die Rolle wachsen", erklärte er. Besonders Diomandes Entwicklung sei dabei beeindruckend. "Das haben wir schon oft genug gesehen. Er schafft es immer wieder, seine Leistung kontinuierlich abzurufen, was für sein junges Alter echt beeindruckend ist."

Der nächste Schritt ist für die Leipziger das Durchziehen bis zum Saisonende. "Wir werden noch ein paar Punkte brauchen", so Baumgartner, der eine "Überzeugung“ im Team spürt. Und das ist es, was wirklich zählt: Die Bereitschaft, bis zum Schluss zu kämpfen und den Champions-League-Platz zu verteidigen.