Bayern-blues: pesic-team kassiert in hamburg die nächste klatsche

Die Münchner Euroleague-Frust schwappt in die BBL über. Nach dem 81:96 in der Barclays Arena dürfen die Veolia Towers jubeln – und Bayern München muss wieder einmal die Scharte auswetzen.

Lj thorpe schlägt zurück

24 Punkte, 6 Assists, 2 Steals – Thorpe liefert die komplette Offensiv-Show. Weltmeister Andreas Obst stemmt sich mit 22 Zählern dagegen, doch seine Teamkollegen wirken wie nach zehn Runden auf dem Zahnfleisch. Die Defense steht zwei Schritte zu spät, der Ball läuft stockend, und Hamburg trifft aus allen Lagen. Mit 48 % aus dem Feld und 12 Dreiern schießen die Towers die Meister-Defensive in Grund und Boden.

Die Zahlen sind gnadenlos: 42:48 zur Pause, 15 Punkte Rückstand zwischendurch, nur 12 Fast-Break-Punkte für die Gäste. Pesic wechselt, schreit, wechselt wieder – nichts fruchtet. Die 12 000 Fans in der Arena toben, Hamburg feiert den zweiten Bayern-Coup binnen eines Jahres. Immerhin: Die Münchner bleiben Tabellenführer, doch der Vorsprung schmilzt.

Playoff-türchen springt auf

Playoff-türchen springt auf

Mit 10:15 Siegen klettern die Towers auf Rang 13 – und plötzlich ist die Play-In-Zone nur noch zwei Siege entfernt. Trainer Raoul Korner atmet auf: „Wir haben unsere Heimstärke zurück.“ Die Arena-Umstellung auf die größere Halle zahlt sich erneut aus, die Akustik drückt den Gästen zusätzlich auf die Pulse.

Für Bayern geht es nach dem fünften Pleite aus den letzten sechs Pflichtspielen am Dienstag nach Barcelona – und danach gleich wieder in den Liga-Alltag. Pesic’ Stammbesetzung schuftete 75 Minuten in vier Tagen, die Belastungskurve zeigt steil nach oben. Die Rotationsbank muss liefern, sonst droht der Meister-Trauma erwachen. Hamburg jedenfalls kann wieder träumen – und die Liga beweist: Tabellenkeller hin oder her, jeder kann jeden schlagen.