Servette schlägt yb und klaut den cup mit einem schultertropfen

Die Berner Frauen spielten sich in Rauschform, vergaben, scheiterten, fluchten – und verloren trotzdem. Servette liess sich 90 Minuten lang schlagen, brauchte aber nur eine einzige Standardsituation, um YB zu berauben. Die Genferinnen gewinnen das Cup-Finale 1:0, bescheren sich ihren dritten Pokal in vier Jahren und lassen den amtierenden Meister mit leeren Händen zurück.

Die statistik lügt nicht: 14:2 torschüsse, 63 % ballbesitz – und null tore

In der 50. Minute trat Captain Bourma einen Freistoss aus halblinker Position. Der Ball segelte auf den zweiten Pfosten, wo Serrano völlig blank stand. Sie sprang, streckte die Schulter raus – und der Touch war so unglücklich, dass er perfekt war. YB-Torfrau Brühwiler war machtlos, die Schützenwiese verstummte für eine Sekunde, bevor ein grollender Protest aufstieg.

Die Bernerinnen hatten alles versucht. Jelcic scheiterte bereits nach sieben Minuten an Servettes Nummer 1 Salon, Josten donnerte in der 73. Minute die Latte. Aber die Genferinnen bauten ein Bollwerk aus Beinen und Nerven, zogen sich nicht mehr zurück, sondern verlegten sich auf gezieltes Zeitspiel und kleine Fouls, die den Spielfluss zerhackten.

Der pokal bleibt im westen – und yb muss wieder von vorne beginnen

Der pokal bleibt im westen – und yb muss wieder von vorne beginnen

Für YB-Trainer Christoph Barmettler ist die Niederlage ein Déjà-vu: seine Mannschaft dominiert weite Strecken, doch Effizienz zählt mehr als Ballbesitz. Servettes Trainer Nicole Büchler dagegen lachte nach Abpfiff unter Tränen: „Wir wussten, dass wir einmal zugreifen müssen. Dass es so schmeichelhaft war, hätte ich nicht erwartet.“

Die Genferinnen feierten auf dem Rasen, während die Bernerinnen nur staunen konnten. Servette darf nun im August an der Quali zur Champions League teilnehmen – YB muss sich mit der Meisterschaft trösten und der Erkenntnis, dass Schönheit allein noch keinen Pokal holt.