Bayer zieht alajbegovic zurück: vierfacher preis, zwölf monate später
Kerim Alajbegovic kehrt nach zwölf Monaten Salzburg-Leihe mit Goldrand zurück – und kostet Bayer Leverkusen plötzlich vier Mal so viel wie beim Verkauf. Die Werkself aktivierte die Rückkaufklausel, zahlt acht Millionen Euro und verpflichtet den 18-Jährigen bis 2031.
Die Rechnung ist simpel: Im Sommer 2025 ging Alajbegovic für zwei Millionen nach Österreich, jetzt kostet die Rückholung acht. Ein Quadrupel innerhalb eines Jahres, das die sportliche Entwicklung des Mittelfeldspielers auf den Punkt bringt. In Salzburg wurde er zur Stammkraft, schoss in der Europa League gegen Glasgow und Atalanta die Tore, die Salzburg ins Viertelfinale schossen. Dazu der Penalty gegen Wales, der Bosnien die WM-Playoff-Chance erhielt.

Salzburg war nur die blaupause
Simon Rolfes spricht von „einer Entwicklung, die selbst unsere optimistischsten Prognosen überholt hat“. Die Worte klingen wie ein Schulterklopfen, sind aber kalte Geschäftslogik. Bayer leiht Talente aus, um sie teurer zurückzukaufen – ein Modell, das beim FC Bayern seit Jahren funktioniert, das Leverkusen nun kopiert. Alajbegovic passt ins Raster: zweikampfstark, passsicher, mit einer Torgefahr aus zweiter Reihe, die Leverkusen seit Kai Havertz fehlt.
Die interne Konkurrenz wird rau. Xabi Alonso plant mit einem Sechser-Duo, das sich die Spielzeit teilt: Andrich, Xhaka, Palacios, now Alajbegovic. Der Bosnier bringt etwas mit, das die anderen nicht haben: eine Unbekümmertheit, die ihn in Salzburg zum Publikumsliebsten machte. Dreimal legte er nach Fouls den Ball per Fallrückzieher frei – ein Detail, das in Leverkusen längst Kultstatus erreichte.
Die Ablöse von acht Millionen ist kein Pappenstiel, aber kein Risiko. Bayer verkaufte Moussa Diaby für 60 Millionen, zahlt für Alajbegovic einen Bruchteil. Die Werkself sichert sich ein Asset, das im nächsten Sommer bereits die 20-Millionen-Marke knacken könnte. Der Klub verlängert damit die Erfolgsstory, die 2026 zur Champions-League-Teilnahme führte. Alajbegovic soll helfen, dass sie keine Eintagsfliege bleibt.
Am Dienstag trifft er mit Bosnien auf Italien. Ein Tor dort, und die Ablöse steigt wieder. Leverkusen hat die Rechnung bereits gemacht.
