Basketball-poker in heidelberg: zipser verlängert – und lügt!

Ein kurzer Schock, ein vielstimmiges Raunen und dann doch Happy End: Paul Zipser (32) hat seinen Vertrag bei den MLP Academics Heidelberg verlängert und wird auch in der ProA-Saison das Trikot seines Heimatvereins tragen. Doch der Weg dorthin war von einer clever inszenierten Täuschung gesäumt, die die Basketball-Szene kurzzeitig in Aufruhr versetzte.

Ein social-media-gag mit folgen

Alles begann mit einem Video, das Zipser in Trainingskleidung durch die Halle laufen ließ, ein Basketballschuh in der Hand baumelnd. Der Ex-Nationalspieler, einst in der NBA für die Chicago Bulls aktiv, schien sich von den Akademikern zu verabschieden. Die Social-Media-Kanäle der Heidelberger sorgten für zusätzliche Verwirrung, als sie den Eindruck erweckten, ein Karriereende stehe kurz bevor. Die Schlagzeilen überschlugen sich: Sport BILD fragte provokant: „Kündigt Basketball-Idol HIER sein Karriereende an?“

Doch die Wahrheit war weit weniger dramatisch. Zipser und das Social-Media-Team hatten eine gezielte falsche Fährte gelegt – und erfreuten sich insgeheim an der Reaktion der Fans und der Medien. „My bad“, kommentierte Zipser schließlich bei Instagram, begleitet von einem Augenzwinkern. „Weiter geht’s. Aber trotzdem danke für die Nachrichten.“

Loyalität und erfahrung für die zweite liga

Loyalität und erfahrung für die zweite liga

Die Verlängerung des Vertrags ist nicht nur ein Zeichen von Zuneigung, sondern auch eine strategische Entscheidung für den Neuaufbau in der zweiten Liga. Nach elf Bundesliga-Spielzeiten, in denen Zipser trotz reduzierter Einsatzzeit (im Schnitt nur noch 12 Minuten pro Spiel in der abgelaufenen Saison) immer eine wichtige Rolle spielte, geht er nun mit den Akademikern in die ProA. Sportlicher Leiter Alex Vogel begründet die Entscheidung mit Zipser’s Erfahrung, Flexibilität und Identifikation mit dem Standort Heidelberg: „Mit seiner Erfahrung, seiner positionstechnischen Flexibilität, seiner Qualität sowie seiner Identifikation mit dem Standort Heidelberg war es für uns klar, dass wir den Weg weiter gemeinsam gehen wollen.“

Zipser selbst freut sich über die Entscheidung: „Ich freue mich sehr, dass ich weiterhin für die Region, den Verein und das Team in der neuen Spielzeit alles geben darf und fühle mich einfach super wohl.“ Er soll dabei nicht nur auf dem Feld, sondern auch als Mentor und Sprachrohr für die junge Mannschaft fungieren und die Heidelberger Basketball-Kultur zu vermitteln. Der Poker war clever gespielt, und am Ende gewinnt die Loyalität und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft in der ProA.