Bartomeu packt aus: messi hatte nie macht, barca verlor 500 mio durch corona

Josep Maria Bartomeu brach fünf Jahre Schweigen – und lieferte sich am Montag bei Catalunya Ràrio ein Selbstverhör. Der ehemalige Barça-Präsident redete sich frei, gab Schuld ab und zog dabei die Kasse leer: 500 Millionen Euro Covid-Schaden, eine verschleppte Messi-Renovierung, ein Klub, der plötzlich die eigenen Verluste schönte.

„Ich war der einzige, der verhinderte, dass madrid unsere akten sieht“

Er spricht rasch, fast ohne Luft zu holen. Der Fall Negreira? „Nur bis 2018, danach trennten wir uns von Enríquez.“ Der Barçagate? „Ein Monitoring, kein Smear-Campaign.“ 2017 war Neymar weg, das Referendum wirbelte Katalonien durcheinander, das Netz brodelte. Nicestream sollte Stimmungen messen, nicht zerstören. „Ich bezahlte nicht für mein Image, sondern für das des Klubs.“

Die Bombe zündet er bei Messi. „Er entschied nie über Trainer oder Transfers. Niemals.“ Im August 2020 bat der Argentinier um die Freigabe. Bartomeu verweigerte sie. „Er war unser wichtigster Aktivposten.“ Leo blieb, ahnte neue Führung, neue Verträge. Stattdessen kam Laporta – und drückte 2021 die Aus-Taste.

Die geisterrechnung: verluste hochpusten, fair-play verspielen

Die geisterrechnung: verluste hochpusten, fair-play verspielen

Bartomeus größter Vorwurf: Die Geschäftsführung 2021 habe die Verluste künstlich aufgeblasen. Er nennt keine verschwörerischen Akteure, aber die Summe klebt: 500 Millionen Covid-Minus, das die Liga offiziell anerkannte. „Wer diese Zahl ignorierte, verlor das Fair-Play – und musste zu den Hebeln greifen.“ Palancas also: Assets versilbern, nur um die Löcher zu stopfen. „Das reduzierte nicht die Schulden, das verschenkte Kapital.“

Er zählt auf, was unter seiner Ära entstand: das Johan-Cruyff-Stadion, die neue Masia, Grundstückskäufe, das Espai-Barça-Baustartpaket. Elf Spieler der aktuellen Profimannschaft stammen aus seinen Verträgen. „Das ist auch mein Erbe, nicht nur die roten Zahlen.“

Am Ende bleibt der Geschmack von Espresso und Asche. Bartomeu sieht Laportas Macht, hat keinen Kontakt mehr. „Zuletzt 2015, nach meinem Sieg – er gratulierte nicht.“ Die Anklage der Geschichtsbücher aber wird so schnell kein zweiter Präsident lösen. 500 Millionen, ein verlorenes Jahrzehnt-Juwel, ein Klub, der sich selbst erfindet, um zu überlegen.