Gnabry schreibt comeback-krimi: doppelpack gegen union raubt musiala die show
Serge Gnabry stand am Rande des Abgrunds. Jamal Musialas Rückkehr, neue Flügelflitzer, sein Vertrag bis 2028 – alles schien die nächste Auslaufbahn des Stuttgarters einzuleiten. Dann klatschte der Ball zweimal ins Netz, der Union Berlin wurde mit 4:0 zerlegt, und plötzlich hieß der Matchwinner wieder Gnabry.
Vom joker zum mvp – wie ein fehlstart ins finale raste
In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs lauerte er an der Sechzehnerkante, beobachtete Torwart Frederik Ronnows Zögern und schob zur 2:0-Pausenführung ein. Nach der Pause folgte der „Zapatazo“ – ein Linksschuss aus 18 Metern, der das Leder unter die Latte presste und die Säbener Straße jubeln ließ. Zwei Tore, eine Zahl: 10 Treffer und 10 Vorlagen in 34 Pflichtspielen – ein „Doppel-Double“, das in Europas Top-Ligen nur elf Spieler schaffen.
Die Statistik verrät mehr als ein Trend. Gnabry nähert sich der 100-Tore-Marke in der Bundesliga (aktuell 99), ein Kreis, den bisher nur 99 Profis vollendet haben. Für Harry Kane ist das kein Zufall: „Er ist einer der besten Vollstrecker, mit denen ich je gespielt habe. Wir nennen ihn Serginho – er schießt, sobald er sieht.“

Bayern-turbo statt real-transfer: kompany zieht die karte gnabry
Vincent Kompany schwärmt seit Wochen von der „unterschätzten Klasse“ des 29-Jährigen. Die Rotationspläne des Coaches machten Gnabry zum Allroundangreifer: 17 Partien als hängende Spitze, sieben Linksaußen, sechs Zehner, vier Rechtsaußen. Christoph Freund sieht darin „die DNA dieses Bayern“, Max Eberl nennt ihn „tragende Säule in Kabine und Spielfeld“.
Die Vertragsverlängerung bis 2028 war kein Geschenk, sondern eine Kampfansage an die Konkurrenz. Gnabry selbst sagt trocken: „Ich hatte Energie gesammelt und wollte zeigen, dass noch mehr geht.“ Sein Doppelpack katapultierte die Münchner auf 60 Punkte, schuf vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid zusätzlichen Schwung – ausgerechnet den Klub, mit dem ihn einst ein Transfer verband.
Die Botschaft ist klar: Musiala mag das neue Gesicht sein, Gnabry aber ist die alte Waffe, frisch geschliffen. Und mit jedem weiteren Tor rückt die magische 100er-Marke näher – ein Denkmal, das der Nationalstürmer sich selbst setzt, nicht der Verband oder die Presse. Wer jetzt noch von einem Abgang träumt, verpasst das Rauschen, das Gnabry seit Wochen durch die Bayern-Angriffsreihen peitscht. Das nächste Kapitel heißt Madrid. Der Protagonist trägt die Nummer 7 – und endlich wieder lächelnd die Krone auf dem Kopf.
