Köln wirbelt trainerkarussell: wagner soll zwölften mann endlich stabilität bringen

René Wagner hat keine Zeit für Blumen. Am 5. April sitzt der 37-Jährige erstmals als verantwortlicher Coach auf der Bundesligabank – und schon jetzt macht ihn Sportchef Thomas Kessler zum Heilsbringer in der Geißbockheim-Krise. „Die Überzeugung ist sehr groß, dass wir in der Konstellation jetzt wieder erfolgreich sein werden“, sagt Kessler. Der Klub stellt sich hinter den bisherigen Assistenten des gefeuerten Lukas Kwasniok – und rüstet ihn mit Altmeister Armin Reutershahn auf.

Die geissbock-logik: innenlösung statt neuer name

Der 1. FC Köln trennte sich Sonntagabend nach dem 3:3 gegen Gladbach von Kwasniok, obwohl der 44-Jährige erst im Sommer vom SC Paderborn kam. Begründung: die Table. Platz 15, zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Kessler will nicht „beängstigt in die nächsten Wochen gehen“, also setzt er auf Vertrautes. Wagner kennt die Kabine, die Schwächen, die kleinen Krisen. „Es ist kein Nachteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft in allen Stärken, aber auch in allen Schwächen kennt“, betont der Sport-Geschäftsführer.

Reutershahn, 66, bringt die Bundesliga-Erfahrung von 14 Jahren Co-Trainer-Dasein bei Klubs wie Frankfurt, Hamburg oder Bremen mit. Gemeinsam sollen sie die sechste Köln-Ära seit Peter Stögers Abgang im Dezember 2017 stabilisieren. Zwölf Trainer in etwas mehr als acht Jahren – das ist kein Stollposten, das ist Dauerbeben.

Die mission frankfurt: jetzt zählt nur punkte

Die mission frankfurt: jetzt zählt nur punkte

Nach der Länderspielpause geht’s zur Eintracht. Dort will Wagner beweisen, dass Kesslers Vertrauensvorschuss kein placebo ist. „Wir haben vollstes Vertrauen in René“, wiederholt der Sportchef wie ein Mantra. Die Mannschaft „funktioniert“, Kessler sieht nur „an ein paar Stellschrauben“ Bedarf. Drehen genügt – nicht wegdrehen.

Langfristig? Offen. Kessler schließt eine Beförderung Wagers zum Chefcoach nicht aus. „Wenn ich diese Gedanken in Zukunft nicht hätte, dann hätten wir wahrscheinlich auch nicht so entschieden“, sagt er. Der Klub steht über allem, die Bundesliga-Zugehörigkeit ist das einzige Ziel. Kontinuität wäre schön, aber erst mal muss der 37-Jährige beweisen, dass Köln nicht einfach nur den nächsten Namen im akribisch geführten Trainer-Index hinzufügt.

13.26 Uhr, 23. März 2026 – an diesem Montag wurde die Weiche für den nächsten Köln-Krimi gestellt. Die Frage ist nicht mehr, ob Wagner kann. Die Frage ist, wie lange er darf. Die Antwort lautet: solange die Punkte stimmen.