Baroncini steigt nach horror-crash in katalonien wieder aufs rad

60 Stundenkilometer, ein Betonmauer und ein Flug mit der Intensivmaschine – am Montag startet Filippo Baroncini bei der Volta Catalunya sein Comeback, nur sieben Monate nach dem Unfall, der seine Karriere beinahe beendete.

Romagnolo kehrt in den worldtour-zirkel zurück

Romagnolo kehrt in den worldtour-zirkel zurück

Der 23-Jährige, 2021 noch U23-Weltmeister, war im August beim Tour de Pologne frontal gegen ein Straßenbauwerk geprallt. Die Folge: zwei Brüche in den Brustwirbeln, ein Schädelbasis-Trauma und ein 11-stündiger Eingriff an Schädel, Gesicht und Nervenbahnen. Die Ärzte im Mailänder Niguarda nahmen damals an, dass der Italiener Monate auf Krücken verbringen würde. Stattdessen steht er am 23. März am Start in Calella.

Team UAE-XRG bestätigte die Nominierung am späten Freitagabend. Sportlich ist Baroncini nicht einmal Kapitän, aber symbolisch ist seine Präsenz ein Schlag gegen die Statistik: Nur fünf Prozent der Fahrer, die Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen dieser Schwere erleiden, kehren auf WorldTour-Niveau zurück. Der Romagnolo hat die Prognose in Rekordzeit widerlegt.

Der ursprüngliche Plan sah ein Rennen im lateinamerikanischen Februar vor, doch die Reha-Ärzte um Dr. Pietro Randelli bremsten. Jetzt also Katalonien – ein Kurs, der so gnadenlos ist wie die Statistik: 850 km, sieben Tage, drei Etappen mit Zielankünften über 1.000 Höhenmeter. „Er wird nicht geschont“, sagt Teammanager Joxean Fernández. „Wenn er startet, ist er bereit für Vollgas.“

Die Konkurrenz schaut neugierig. Remco Evenepoel kommentierte kurz: „Wenn er durchkommt, ist das die Geschichte des Jahres.“ Und Tadej Pogačar, dessen Leistungszirkus den jungen Italiener mitnimmt, twitterte lediglich ein Foto – Baroncini in Trainingskleidung, dahinter der Schriftzug „Welcome back, warrior.“

Die Mediziner halten sich bedeckt. Dr. Randelli: „Wir haben keine Langzeitdaten für diesen Heilungsverlauf. Aber Filippo hat ein neues Schädel-Implantat und eine neue Haltung – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Die nächsten sieben Tage werden zeigen, ob der Körper mitspielt. Sollte er die Volta Catalunya beenden, bucht UAE-XRG bereits den Giro d’Italia. Und dann wäre Baroncini nicht nur zurück, sondern direkt im Drehbuch des nächsten Grand Tours.